Siegfried Lienhard

Diamantmeister und Hausväter

Buddhistisches Gemeindeleben in Nepal
Cover: Diamantmeister und Hausväter
Österreichische Akademie der Wissenschaften Verlag, Wien 1999
ISBN 9783700127918
Broschiert, 261 Seiten, 70,56 EUR

Klappentext

Mit 80 Farbabbildungen. Dieser Band bietet eine Darstellung des Buddhismus im Tal von Kathmandu, der, weil von der Bevölkerungsschicht der Newars getragen, heute meist "Newar-Buddhismus" genannt wird. Es ist dies der neben dem Lamaismus bedeutendste Repräsentant des Vajrayana, des stark rituell und magisch ausgerichteten esoterischen Fahrzeugs der buddhistischen Lehre. Im Mittelpunkt der auf Feldforschung und philologischen Studien basierten Untersuchungen steht das Gemeindeleben bzw., was die Laien betrifft, das Kastenwesen der buddhistischen Newars, das, reich facettiert, dem einzelnen Mitglied eine im Lauf seines Lebens ständig wachsende Reihe von Aufgaben stellt. Gleichzeitig werden auch Rückblicke in die Geschichte des Newar-Buddhismus vermittelt. Dem Buch beigegeben sind zahlreiche, ausführlich erklärte und großteils einzigartige Farbillustrationen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2000

Axel Michaels stellt den Autor zunächst als einen ausgemachten Kenner der Thematik vor, der in diesem Buch das "philologische Studium von Texten mit Feldforschungen zur religiös-rituellen Praxis" verbunden hat. Im Mittelpunkt steht hier der Newar-Buddhismus in Nepal, und der Leser erfahre, was diesen von anderen Formen des Buddhismus unterscheidet und auch, was ihn mit dem Hinduismus verbindet. Dabei steht nach Michaels weniger die Analyse oder religionswissenschaftliche Einordnung im Vordergrund als vielmehr die Beschreibung. So schildere Lienhard beispielsweise das "besondere Verhältnis von Kloster und Außenwelt, Gemeinde und Kaste", die Organisationen und Riten. Zwar geht der Autor, so Michaels, kaum auf neuere Literatur zur Thematik ein, allerdings lobt der Rezensent ausdrücklich die Fach- und Quellenkenntnisse Lienhards. Das Buch gefällt Michaels nicht zuletzt deswegen, weil der Autor Formen des Newar-Buddhismus schildert, die es mittlerweile kaum noch gibt, da dieser zunehmend vom "global agierenden Theravada-Buddhismus" verdrängt werde. So werde das Buch bald "noch wertvoller (sein), als es jetzt schon ist".