Shirin Kumm

Royadesara

Eine Verwirrung. Roman
Cover: Royadesara
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783627001018
Gebunden, 123 Seiten, 15,50 EUR

Klappentext

Eine junge Frau zwischen zwei Kulturen. Eine Frau, die zwei völlig gegensätzliche Liebesgeschichten lebt. Ein Roman über Verwirrungen, die entstehen, wenn Träume auf die Wirklichkeit treffen. Zwei Geschichten mit Männern werden erzählt, Geschichten über Leidenschaften, die nicht gut ausgehen. Zum einen mit dem viel älteren Regisseur und Theatermacher Edmund Glendorf. Zum anderen mit dem viel jüngeren iranischen Nader Dana. Und mit diesen Geschichten und ihren Einzelheiten rundet sich allmählich die Welt der Erzählerin, bekommen wir etwas mit von ihrem Leben, ihrer persischen Herkunft, ihren Ansichten, ihrer Leidenschaft, ihrer Trauer, die Unmöglichkeit der Liebe zu erkennen und dennoch weiterleben zu können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.06.2003

Lutz Hagestedt hat sich mit dem Rotstift an Shirin Kumms "Royadesara" gesetzt, denn bei dem literarischen Anspruch des Werks stellt sich für ihn die Frage "nach dem guten oder dem exotischen Deutsch". Im Laufe seiner Korrektur hat er so manchen Stolperstein entdeckt, es hätte z.B. "Mir wurden die Knie weich" statt "Meine Knie wurden weich" heißen müssen. Sclechtes Deutsch findet Lutz Hagestedt "weder schön noch exotisch". Obwohl Kumm "der Eintritt in unsere Kultur" geglückt sei, sie spannend und doch beiläufig erzähle und einen gewissen Eros entfalte, reicht es für den Rezensenten nicht zur Literatur.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2003

Dieser Roman der Deutsch-Iranerin Shirin Kumm hat so gar nichts von dem schrillen Aufeinanderprall der Kulturen, der andere Migrantenliteratur so häufig auszeichnet, meint Monika Carbe. Im Gegenteil, dieser Roman lebt von seiner Reduktion auf wesentliche Grundlinien, erklärt sie recht angetan. Hier sei kein Satz einfach "fröhlich drauflos" geschrieben, meint Carbe, sondern ein jeder sorgfältig abgewogen und formuliert - ins Konzept des Romans passend. Auch der Titel "Royadesara - die Sehnsucht nach dem Traum" erklärt sich aus der Geschichte selbst, sei ein Gedankenspiel der Ich-Erzählerin, die von Frankfurt nach Teheran fliegt, eine Liebesgeschichte hinter sich lassend, eine neue beginnend. Faszinierend sei Kumms europäisierter Blick auf Teheran, gesteht Carbe, ihre Beschreibung der Schleichwege für Liebespaare. Der Roman sei nach einem raffinierten Schachtelprinzip gestaltet, der den Weg durch die komplizierten Gedankengänge und Gefühle der Erzählerin stets aufs Neue öffne und doch in der Schwebe lasse, was Realität und was Gedankenspiel sei.
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