Claire Beyer

Remis

Roman
Cover: Remis
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783627001322
Gebunden, 175 Seiten, 20,50 EUR

Klappentext

Kira und Philipp, die sich nach kurzer Ehe bereits auseinandergelebt haben, streiten mit Vorliebe um ihre Selbstbestimmung; doch jeder erfochtene Kompromiss kommt auf beiden Seiten einer Niederlage gleich. Und es gibt Friedrich und Margarete, das ältere Ehepaar. In ihrer Beziehung sind die Zuständigkeiten von Beginn an geklärt; doch beide sind auf ihre Weise an den ihnen vorgezeichneten Rollen zerbrochen. Friedrich und Margarete haben ihre Farm in Namibia verloren und sind nach Deutschland geflohen. Margarete ist krank, denn sie hat etwas gehört, was sie besser nicht hätte erfahren sollen. Zufällig benachbart, freunden sich die beiden Ehepaare an, und für Kira und Philipp erwächst die Gelegenheit, das seit Jahren leerstehende Ferienhaus von Friedrich und Margarete in den französischen Pyrenäen zu besuchen. Auf dieser Reise, beginnend mit einem mysteriösen Kuvert ohne Inhalt, zieht der Zufall die Kreise immer dramatischer und enger, bis mit zwangsläufiger Notwendigkeit sicher geglaubte, ungeheure Familiengeheimnisse zu Tage treten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2007

Wirklich schade findet Meike Fessman die Verunglückung dieses Romans von Claire Beyer. Der Autorin nämlich traut sie einiges zu. Die schonungslose und doch empathische Darstellung menschlicher Schwächen etwa. Oder lässige Lakonie. Am Ende dieses Buches aber ist davon nichts übrig. Fessmann vermutet eine Art thematischen Größenwahn, der die kleine Vierecksgeschichte zweier Paare durch einen "aberwitzigen" Teilchenbeschleuniger schickt. Heraus kommt ein Reigen tiefsinniger Topoi, der die Rezensentin kapitulieren lässt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2006

Pia Reinachers Urteil über diesen Roman von Claire Beyer ist zwiespältig und sie sieht in den ohne Zweifel vorhandenen "Vorzügen" gleichzeitig die "Schwächen" des Buches hervor scheinen. Es geht um ein älteres und ein jüngeres Ehepaar, deren Beziehungen gleichermaßen auseinander brechen, erklärt die Rezensentin. Beide Ehen basieren auf gigantischen Lügengebäuden und machen allerlei Verschweigungen und Vertuschungen nötig, die sich in der Erzählweise durch Aussparungen und Rätsel spiegeln, so Reinacher, die in der Entsprechung von Form und Inhalt die größte Leistung des Buches anerkennt. Gleichzeitig versuche die Autorin die Beziehungsdramen mit der jüngsten Geschichte zu verknüpfen. Hier scheitert das ambitionierte Romankonstrukt, befindet die Rezensentin. Einerseits wird dem Leser viel Kryptisches zugemutet, andererseits mit überdeutlichen Hinweisen im Text konfrontiert, notiert Reinacher unzufrieden, die sich aber an der "bleischweren Moral", die hinter den Beziehungsgeschichten steht, am meisten stört.
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