Revolution hat ein weibliches Gesicht: Shila Behjats lebendige Reportage zeigt, was die Welt vom Mut der Frauen lernen kann - ein Aufruf zum Feminismus der Stärke! Vom Iran bis Belarus, von Fridays for Future bis zu den großen Diskriminierungsdebatten - Revolutionen und gesellschaftliche Wandlungsprozesse haben heute oft ein weibliches Gesicht. Ausgehend von den mutigen Frauen im Iran fragt die vielfach ausgezeichnete Journalistin Shila Behjat nach den Besonderheiten weiblichen Protests. Aus Gesprächen mit den Anführerinnen der Bewegungen entsteht eine lebendige Reportage, die zeigt: Auch unter widrigsten Umständen sind Frauen schon lange nicht mehr nur Opfer, sondern Protagonistinnen der Geschichte. Ist es längst angebrochen, das weibliche Zeitalter?
Rezensentin Anne-Kathrin Weber würde der Journalistin Shila Behjat gern glauben, wenn diese in ihrem Essay eine fünfte Welle des Feminismus ausruft, laut der vor allem Frauen in repressiven Regimen Bewegungen anführen. Ganz zustimmen mag die Kritikerin nicht, gleichwohl liest sie das Buch mit großem Gewinn: Anhand von vier Ländern - Iran, Sudan, Polen und Belarus - stellt Behjat in einem Mix aus Anekdote und Analyse Frauen wie Jina Mahsa Amini vor, die mutig gegen ihre jeweiligen Regime protestierten. Vor allem aber sind es die teils gewagten Thesen der Autorin, die die Rezensentin mindestens zum Nachdenken anregen: So schreibt Behjat etwa, dass es jenen Frauen keineswegs "nur" um klassische Frauenrechte ginge, sondern um demokratische Grundwerte insgesamt. Wie die Autorin patriarchale Denkmuster zerlegt, findet Weber ausgesprochen lesenswert.
Frauen waren in der Geschichte häufig treibende Kräfte hinter revolutionären Umbrüchen, erinnert Shila Behjat, die auch ein Buch zum Thema geschrieben hat, in der taz. Bei der Gestaltung der politischen Zukunft eines Landes werden sie dann aber häufig verdrängt. Wie wird es im Iran sein? "Iran gehört zu den Ländern mit der höchsten Bildungsbeteiligung von Frauen im Nahen Osten, während sie rechtlich und politisch weiterhin stark eingeschränkt sind. Forschende wie Valentine Moghadam und Homa Hoodfar argumentieren, dass genau diese Kombination aus hoher Bildung, struktureller Diskriminierung und jahrzehntelanger politischer Erfahrung eine besonders mobilisierte Generation hervorgebracht hat. Deshalb fungiert der Kampf iranischer Frauen heute nicht nur als feministischer Protest, sondern als gesellschaftlicher Katalysator für breitere Forderungen nach Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Teilhabe." Unser Resümee
Frauen waren in der Geschichte häufig treibende Kräfte hinter revolutionären Umbrüchen, erinnert Shila Behjat, die auch ein Buch zum Thema geschrieben hat, in der taz. Bei der Gestaltung der politischen Zukunft eines Landes werden sie dann aber häufig verdrängt. Wie wird es im Iran sein? "Iran gehört zu den Ländern mit der höchsten Bildungsbeteiligung von Frauen im Nahen Osten, während sie rechtlich und politisch weiterhin stark eingeschränkt sind. Forschende wie Valentine Moghadam und Homa Hoodfar argumentieren, dass genau diese Kombination aus hoher Bildung, struktureller Diskriminierung und jahrzehntelanger politischer Erfahrung eine besonders mobilisierte Generation hervorgebracht hat. Deshalb fungiert der Kampf iranischer Frauen heute nicht nur als feministischer Protest, sondern als gesellschaftlicher Katalysator für breitere Forderungen nach Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Teilhabe (...)." Unser Resümee
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