Die erstmals seit 1881 wieder veröffentlichte Korrespondenz von Maria Theresia mit ihren Kindern. Als eine Art Biographie in Dokumenten beleuchtet sie zwischen 1740 und 1780 chronologisch das Verhältnis der Kaiserin zu ihren Kindern und setzt politische Ereignisse und Familiengeschichte miteinander in Beziehung: mütterliche Ratschläge und Ermahnungen sind nur allzu häufig verwoben mit politischem Kalkül.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.08.2000
Briefe von Herrschern, meint Friedrich Prinz, sind in der Regel nicht so spannend, da die Personen hinter ihren Rollen verschwinden. Aber die Korrespondenz Maria Theresias mit ihren Kindern hat er "menschlich anrührend" gefunden, auch voll politischem Interesse und überhaupt eine "lehr- und genussreiche Lektüre". Da liest man nach, wie die Kaiserin Sohn Leopold tadelt, weil er sich allzu gemein macht mit Untergebenen; später wurde er als Großherzog der Toscana ein reformerisch-aufklärerischer Herrscher. Man liest einen langen Brief von 1768 an die Tochter Maria Carolina, Gattin des Königs von Neapel, "ein wahres Meisterstück mütterlicher Fürsorge und vorsichtig formulierter politischer Klugheit", findet Prinz. Und es gibt auch Briefe an das "Sorgenkind" Marie Antoinette, die in Paris, wie die Mutter aufgrund von Geheimberichten weiß, "getrennt vom König" schläft und sich besorgniserregend grandios aufführt, so dass die Kaiserin vor den Folgen warnt; "prophetische Worte einer geängstigten Mutter", meint Prinz. Anmerkungen und Namensregister, schreibt der Rezensent zum Schluss, erschließen die Briefe "in wünschenswerter Weise".
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