Pest und Pocken, Aussatz und Tuberkulose, Syphilis und Aids - immer wieder wird die Menschheit von furchtbaren Seuchen heimgesucht. Der große Medizinhistoriker Stefan Winkle hat 1997 über sie das Standardwerk schlechthin veröffentlicht. Er legt jetzt eine aktualisierte Neuauflage vor, erweitert um mehrere neue Kapitel. In ihnen behandelt er zentrale Themen der Seuchengeschichte der Gegenwart: Seuchen und biologische Kriegführung im 2. Weltkrieg (die Frage der Seuchen im Kampf um Stalingrad), der Einsatz von Bio-Waffen im Kalten Krieg, Terrorismus und Seuchen-verbreitung sowie Aids in Afrika. Neben intensivem Quellenstudium hat Stefan Winkle auch persönliche Erfahrungen, u. a. als Seuchenmediziner, verarbeitet. Gerade im Hinblick auf weltweit neue Bedrohungsszenarien ein Werk von bestürzender Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2006
Christian Jostmann empfiehlt nachdrücklich diese Kulturgeschichte der Seuchen von Stefan Winkle. Mit "stupendem Wissen" gehe der Autor den verschiedenen Massenerkrankungen von der Lepra über die Grippe bis zum Bio-Terror nach. Und auch erzählerisch kam der Rezensent offenbar voll auf seine Kosten, der sich von den eingestreuten Anekdoten offenbar gut unterhalten fühlte. So erzählt Jostmann, dass Einladungskarten im Jahr 1889, im Jahr der Grippeepidemie Influenza und des Ibsen-Fiebers, den Zusatz erhalten haben: "Es wird gebeten, über Nora und die Influenza nicht zu sprechen."
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