Aus dem Französischen von Brunhild Seeler. Die Pest: der Schwarze Tod der Bibel, der Antike und des Mittelalters; die Tuberkulose: das große Leiden der Romantik; die Malaria: das Damoklesschwert der Eroberer und Kolonialherren - wir Menschen des 21. Jahrhunderts können uns, sofern wir auf der wohlhabenden Seite der Erde leben, nicht mehr vorstellen, was diese Krankheiten früher bedeuteten. Und doch ist es erst wenige Jahre her, dass diese Seuchen und viele andere epidemisch auftretenden Krankheiten endgültig besiegt wurden. Aber wurden sie das überhaupt? Nach wie vor bedrohen die Seuchen der Dritten Welt und das gefährliche Spiel mit den biologischen Waffen die Menschheit. Die Autoren haben eigens für diese überarbeitete Neuauflage ein Kapitel über die Immunschwäche AIDS verfasst, deren katastrophale Ausmaße wir erst jetzt abzuschätzen beginnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2002
"Die letzte Schlacht mit den Mikroben ist noch lange nicht geschlagen", schreibt Rezensent Christian Jostmann, der mit Schrecken und Neugierde zwei Bücher zum Thema Seuchen und Epidemien gelesen hat, deren Autoren betonen, dass trotz der Ausrottung einiger Krankheiten wie der Pocken eine ganze Reihe von Epidemien auf dem Vormarsch sind - nicht zuletzt wegen der höheren Mobilität der Menschen. Jostmann bespricht Till Bastians "Die lautlosen Gegner" und "Die Seuchen in der Geschichte der Menschheit" von Ruffie/Sournia. Wesentlich solider als Till Bastians Buch, das ihn durch seine "litaneiartige" Zivilisationskritik verärgert hat, findet der Rezensent diesen "Klassiker" von Ruffié und Sournia. Das Buch sei fundierter und in einem "ruhigerem Ton" gehalten als Bastians Werk. Sämtliche Seuchen - von der Pest bis zu Aids - würden hier in ihrem gesamten geschichtlichen Verlauf vorgestellt. Tröstlich findet der Rezensent, dass das Autorenduo deutlich weniger pessimistisch als Bastian in die Zukunft blickt und sämtliche Impfstoffe und hygienischen Ansätze kritisch unter die Lupe nimmt. Besonders spannend findet Jostmann ein Kapitel über den Krankheitsbegriff, denn erst spät, genaugenommen im 19. Jahrhundert, entdeckte die Medizin die Notwendigkeit, neben dem an Symptomen herumlavierenden Arzt einen weiteren Berufszweig zu etablieren: die Bakteriologen, die sich seither ganz der Aufgabe verschrieben haben, den Krankheiten auf den Grund zu gehen, staunt der Rezensent.
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