Saul Ascher (1767-1822) war Verleger, selbstbewusster Jude, Preuße, Bonapartist, politischer Ökonom, Skeptiker mit System und einer der klügsten politischen Denker des frühen 19. Jahrhunderts. Er hat der politischen Romantik auf den Kopf zugesagt, wohin ihre "Germanomanie" führen müsse: Zum Mord an den Juden und zum Rassenhass. Das haben sie ihm nicht verziehen, bis heute nicht: Seine Bücher wurden auf dem Wartburgfest 1817 verbrannt, er selbst wurde aktiv dem Vergessen anheimgegeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2011
Alexander Kosenina freut sich schon auf die mit diesem Band eingeleitete Werkausgabe des erstaunlich weitblickenden Kosmopoliten, den Begründer des Reformjudentums Saul Ascher. Die theoretischen Schriften zu Religionsphilosophie und Politik anführend bietet ihm der von Andre Thiele herausgegebene Band Aufsätze, die die Aktualität von Aschers politischer Theologie unter Beweis stellen. Religion und Wahrheit nicht zu verwechseln, sich gegen jeglichen Ausschluss zu verwahren und die Idee der Menschheit über Einzelinteressen zu stellen - Forderungen des Autors, die Kosenina begeistern und ihn für Ascher werben lassen.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…