Sascha Hommer

Dri Chinisin

Nach Erzählungen von Brigitte Kronauer
Cover: Dri Chinisin
Reprodukt Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783941099739
Gebunden, 80 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

"Nun musste alles auf eine Karte gesetzt werden." "Die schreckliche Trauer, die von ihnen ausging." "Dro cho no son..." "Ich darf mich nicht verraten!" "Tsitt tsitt, tsött tsött, plöck plock, plock plöck." "Die Berge aber!" Sechs Sätze aus sechs Erzählungen der "Büchner"-Preisträgerin Brigitte Kronauer, die Sascha Hommer in Bildgeschichten übersetzt hat. Sie handeln von der Magie von Anfang und Ende. Von kindlichen Geheimwelten, eleganten Damen, tropfender Melancholie und dem befremdlichen Vorgang, der Wahrnehmung heißt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.04.2011

Ole Frahm bricht in seiner durchweg hochgestimmten Kritik zu Sascha Hommers Comic-Adaption von Erzählungen Brigitte Kronauers einmal mehr eine Lanze für die graphische Literatur. Immer noch werde dem Comic Banalität und Kindlichkeit vorgeworfen, glaubt der Rezensent und findet, dass das vorliegende Buch geradezu vorbildlich einen "neuen Raum zwischen Schrift und Bild" öffnet. Wie Kronauers Erzählungen bewahren auch die Zeichnungen ihre Rätselhaftigkeit, ohne in Geraune umzuschlagen, lobt der Rezensent. Insbesondere in den aus kindlicher Perspektive erzählten Geschichten dringe etwas Unheimliches ein, dass Autorin und Zeichner bei aller präzisen Beobachtung in Andeutungen beließen, so Frahm fasziniert. Er findet Hommers Zeichenstil, der mit Rasterpunkten und schematisch-geometrischen Formen mit schraffierenden Überlagerungen arbeitet und damit wirkungsvoll jede Einfühlung in das Geschehen verhindert, sehr dazu angetan, dem Leser ein "intellektuelles" Vergnügen zu verschaffen, wie er betont.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.04.2011

Sascha Hommers Graphic-Novel-Album "Dri Chinisin" nach Erzählungen von Brigitte Kronauer hat Thomas von Steinacker fasziniert. Adaptionen, auch im Comic-Bereich, scheinen ihm allzu oft misslungen. Nicht so im vorliegenden Fall. Dabei sind die Texte Kronauers mit ihrer höchst kunstvollen Sprache, ihrem Wechsel diverser Stillagen und ihren genauen Bildern seines Erachtens eine enorme Herausforderung für eine Comic-Adaption. Eine Herausforderung, die Hommer zu Steinackers Freude überzeugend gemeistert hat. Dass die Wahl der Texte für ihn etwas "willkürliches" hat und an mancher Stelle die Adaption an die Komplexität der Vorlage nicht heran reicht, fällt für ihn nicht wirklich negativ ins Gewicht. Schließlich gelinge es dem Autor, eine "intensive Atmosphäre der Bilder" zu schaffen, der man sich kaum entziehen kann.
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