Aus dem Französischen von Gaby Wurster. Sarah ist zwanzig Jahre alt und eine junge Frau, die alles liebt, was Lust verspricht und Konventionen sprengt. Ihre Neugier kennt keine Grenzen, und sie ist hungrig, die Welt des Begehrens zu erforschen, die ihr bisher noch fremd und unverständlich ist. Abenteuerlustig stürzt sie sich in Affären, doch schon bald muss sie feststellen, dass ihre ersten sexuellen Erfahrungen sie verwirrt und unglücklich zurücklassen. Sie spürt, es ist noch ein weiter Weg zu ihrem Glück - ein Glück, das sie eines Tages in den Armen eines sehr viel älteren Mannes finden wird. Aufrichtig und ohne Selbstzensur berichtet Sarah von ihren intimsten Erlebnissen und Phantasien, ihrer Freude am Experiment und der brennenden Sehnsucht, die sie treibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.01.2003
Oliver Fuchs sieht "Vermarktungslogik" und "Tonfall" dieses Buch, in dem sich die weibliche Ich-Erzählerin einen Orgasmus wünscht und schließlich auch bekommt, auf der "neuen frankophonen Erotik-Welle" schwimmen. Zunächst fällt ihm auf, dass die Erzählerin mit der gleichen Intensität einen Orgasmus will, wie sie eine Kreuzfahrt oder ein Designerkleid begehrt. Er sieht das Buch als "minutiöses Protokoll nicht-gelebten sexuellen Lebens" und erkennt im Orgasmus eine Utopie von Glück. Der Text zeigt nach Ansicht des Rezensenten, dass Sex ein "komplexer, hochkodierter Vorgang" ist, was ihn zu der Frage führt, wem die "Deutungshoheit" über all das, was man gewöhnlich unter Sex versteht, obliegt. Fuchs stößt damit zu Roland Barthes vor, der, wie der Rezensent informiert, das Schreiben als "Wissenschaft von der Wollust der Sprache" verstand. Am Ende befindet er, dass dieses Buch "die Textlust befriedigt" und dabei auch noch "ziemlich lustig" ist.
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