Aus Zeichen, die Sarah Kirsch ihrer Umwelt abliest, aus Träumen bei offenen und Wirklichkeiten bei geschlossenen Augen, destilliert sie Zeilen, die sich wie Leuchtspuren durch ein Jahr ziehen. Ein Jahr, in dem Wunden und Wunder, Freude und Trauer eng aufeinanderfolgen...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.02.2002
Die Büchnerpreisträgerin Sarah Kirsch, schon Anfang der siebziger Jahre die "bedeutendste Lyrikerin der DDR", weiß Beatrix Langner, hat mit diesen 240 Kurzgedichten "staunenswerte Epiphanien und kleine lyrische Wunder an sprachlicher Präzision" verfasst, findet die Rezensentin. Langner liest den Band als ein Kalenderbuch, in dem die zeitliche Vergänglichkeit der Natur im Mittelpunkt steht. Und, schreibt die Rezensentin weiter, es ist Kirschs "Abschiedsbuch, ein sorgsam komponierter Korpus hart skandierter Trauergesänge", die im Ganzen eine Geschichte erzählten. Schreiben könne so etwas nur jemand wie Sarah Kirsch, jemand, der seit langem in der Abgeschiedenheit lebt und die eigene Begegnung mit der Natur als Beisichsein erfahre. Dabei sei aber der nüchtern-romantische Ton der Autorin, verglichen mit früheren Werken, gleich geblieben. Die Rezensentin haben diese "lyrischen Zeitansagen" dazu verleitet, "wunderbar" über das Kommen und Gehen zu meditieren.
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