Schmal kommen sie auf den ersten Blick daher, die Verse Doris Runges, und doch trügt der Schein, denn das, "was da auftaucht", sind nur die Spitzen der Eisberge man muss sich darauf einlassen, der heiteren Gelassenheit der Texte auf den Grund zu gehen. Die Wechselbeziehung zwischen Magie und Kalkül ist poetisches Programm, ebenso wie die Dichte, in der diese fragmentarische Lyrik ihre schwebende Anmut entwickelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2011
Motive romantischer Dichtung tauchen in diesem jüngsten Band der Lyrikerin Doris Runge wie auch in den vorangehenden auf. Es setzt sich, meint der Rezensent Heinrich Detering, eine Tendenz zur Verdüsterung dieser Motive dabei fort. Als besonderes Stilmerkmal der Autorin erkennt er Satzkonstruktionen "Apokoinu? - also den doppelten Einsatz eines einzelnen Worts als Scharnier zwischen zwei Sätzen wie hier, wenn ein Klosterbruder sagt, er habe "nie / dem anderen geschlecht bei / gelegen sei ihm einzig an buße?. Bezeichnend sei diese Stilfigur wiederum deshalb, weil es Runge grundsätzlich um die Schaffung von "Unschärfezonen? gehe. Meist gelinge das, besonders auf der kürzeren Strecke. In den Gedichten von mehr als einer Seite Länge zeige sich dann aber, dass ein solches Konzept vor allem in der Knappheit und Konzentration aufgeht.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…