Doris Runge zählt zu den wichtigsten Lyrikerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Das genaue Hinschauen, das Beobachten scheinbar beiläufiger Vorgänge ist bei ihr Programm, genauso wie die Reduktion auf das absolut Notwendige. Doch wer in den kleinen Alltagsvignetten nur Alltägliches vermutet, sollte ein zweites Mal hinschauen: Von jedem Wort aus verzweigen sich die Wege, Doppeldeutigkeiten und mythische Wesen eröffnen Welten, die ins Vor- und Nachleben führen, ins Märchen, in himmlische und, wer weiß, höllische Sphären.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2013
Die Romantikerin Doris Runge erkennt Björn Hayer in diesen Gedichten sehr wohl. Aus den für Hayer nur auf den ersten Blick lieblichen Idyllen aus Norddeutschland, die ihn an Sarah Kirsch erinnern, spricht für ihn jedoch auch Brüchigkeit, Daseinsskepsis und Unheimliches. Laut Hayer stets auf der Suche nach letzten Wahrheiten, scheinen dem Rezensenten die im Band versammelten, den gesamten Schaffenszeitraum der Dichterin von den 80er Jahren bis heute abdeckenden Texte als hoffnungshaltige Abbreviaturen zu Alltag und Natur, Literatur, Schmerz und Sehnsucht.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…