"Dr. House" ist eigentlich keine Krankenhausserie, sondern ein mentales Trainingscamp nach 9/11 gilt es, die Denkfähigkeit Amerikas wieder fit zu machen. Seltsam euphorisierend, diese Eliteausbildung bei Doktor Arschloch: zu lernen, wie man Leute durch schaut, unter Druck handelt, schreckliche Fehler macht und schließlich doch zu Lösungen gelangt. Die Wiederbelebung des amerikanischen Pragmatismus in 177 Folgen von 2004 bis heute. Wenn es stimmt, dass J.R. Ewing die Präsidentschaft von G.W. Bush antizipierte welchen Präsidenten erschafft dann House? Und warum nimmt der Doktor ständig die Dienste von Prostituierten in Anspruch? Ist er der letzte unverstandene Freigeist oder nur ein oller Stones -Fan?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2013
Frank Kelleter weiß die im Diaphanes Verlag erschienene Reihe über populäre Fernsehserien wie "The Sopranos" oder "The Wire" zu schätzen. Sarah Khans nun vorliegenden schmalen Band zu "Dr. House" zählt er zu den klügsten und unterhaltsamsten Beiträgen dieser Reihe. Er findet in dem Buch zahlreiche anregende Ideen und prägnante Einsichten über diese Serie, die er als Mischform zwischen Krankenhaus- und Kriminalserie beschreibt. Kahns Interpretation von "Dr. House" als "Hommage an den amerikanischen Pragmatismus" scheint ihm inspirierend. Aufschlussreich findet er zudem die Bezugnahme zu anderen Serien und Charakteren, die die Autorin vornimmt. Sein Fazit: der bisher "dichteste und kurzweiligste Beitrag" einer interessanten Publikationsreihe.
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