Herausgegeben von Annika Beckmann, Ruth Hatlapa, Oliver Jelinski u. a. Buffy ist ein Mädchen, das Dämonen mächtig auf die Mütze gibt. Herrschaftliche Strukturen, die in der Real World so schwer zu fassen sind, erhalten ein Gesicht, in das man schlagen kann. Soweit so schön, aber leider nur für den Zuschauer. Denn Buffy selbst kriegt durch ihren "Job" ganz andere Probleme in der Highschool, später im College und im dämonenfreien Teil ihres Alltags. Und zwar solche, die man nicht verprügeln kann. Hier hat die Struktur kein Gesicht mehr. Im Medium des Phantastischen werden so Heteronomie-Erfahrungen auf eine verbindliche Weise thematisiert, wie es vermeintlich authentischen Abbildern und moralischem Bildungsfernsehen nicht möglich ist. In zehn Artikeln streitet das Buch auch darüber, ob sich der kritische Gehalt der Fernsehserie an ihren Kunst- oder aber gerade an ihren Kulturindustriecharakter binden lässt. Mit Beiträgen von Carmen Dehnert, Dietmar Dath, Heide Lutosch, Jakob Schmidt, Jasper Nicolaisen, Lars Quadfasel und anderen.
Aufschlussreich findet Rezensentin Zoe Sona diesen von Annika Beckmann, Ruth Hatlapa und anderen herausgegebenen Band mit Texten über die amerikanische Fernsehserie "Buffy. Im Bann der Dämonen". Wesentlich deutlicher als bisherige wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit "Buffy" wird hier ihres Erachtens das gesellschaftskritische und ideologiekritische Moment der Serie herausgearbeitet. Annika Beckmanns und Heide Lutoschs Beitrag führt ihr etwa vor Augen, dass die Vampire und Dämonen der Serie Zwänge und Zumutungen der bürgerlichen Gesellschaft verkörpern. Auch Sexismus und Ästhetik der Kulturindustrie werden in "Buffy" kritisch thematisiert. Insgesamt attestiert sie dem Band einen "analytisch scharfen Blick" auf die Serie. Damit sieht sie sich in der Lage, Buffy nicht nur als Feierabendunterhaltung, sondern als "avancierte Gesellschaftskritik" zu begreifen.
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