Sandra Gugic

Zorn und Stille

Roman
Cover: Zorn und Stille
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2020
ISBN 9783455009767
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Was heißt es, aus einem Land zu kommen, das es nicht mehr gibt? Die Fotografin Billy Bana ist eine moderne Nomadin, die ihre Herkunft scheinbar hinter sich gelassen hat. Als ihr Vater stirbt, wird Billy von der Vergangenheit eingeholt, ihrem Aufwachsen als Gastarbeiterkind in Wien: Was wurde aus den Träumen ihrer Eltern? Warum kam es zum Bruch mit ihrer Familie? Und wie konnte ihr kleiner Bruder bloß spurlos verschwinden? Ein Familienroman über Freiheit und Verantwortung, Liebe und Verlust, Herkunft und Selbstbestimmung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2020

Mit viel Lob bespricht Rezensent Paul Jandl den neuen Roman von Sandra Gugic, Wienerin mit serbischen Wurzeln, die ihm hier vom Schicksal des Balkans erzählt. Noch farbiger und analytisch überzeugender als das vor fünf Jahren erschienene Debüt "Astronauten" erscheint dem Kritiker der leise autobiografisch gefärbte Roman, in dem Gugic der zwischen Wien, Berlin und Budapest pendelnden Fotografin Billy Bana folgt, die mit ihrer Mutter nach dem Tod des Vaters nach Belgrad fliegt, um dessen letzten Wunsch, ein Begräbnis in der Heimat, zu erfüllen. In Rückblicken verwebt Gugic die Geschichte der Eltern, die Flucht nach Wien, den Zerfall Jugoslawiens und das Leben im "Niemandsland der Sehnsüchte" zu einem großen Familienroman - ganz ohne "verklärte" Kindheiten oder Balkanschilderungen, versichert der Rezensent. Die "beschwingte" Genauigkeit, mit der die Autorin den Zerfall Jugoslawiens im Schicksal der Familie spiegelt, hat Jandl tief beeindruckt.