Matthias Kurt

Rechts - Deutsch / Deutsch - Rechts

Was sie sagen. Was sie meinen. Was sie verschweigen. Eine entlarvende Erwiderung
Cover: Rechts - Deutsch / Deutsch - Rechts
Yes Verlag, München 2026
ISBN 9783969054659
Taschenbuch, 192 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Wenn die AfD von "Familienwerten" schwärmt, meint sie die diskrete Postenvergabe an Geschwister, Schwiegerväter und Fußballkumpel auf Steuerzahlerkosten - ein System aus Überkreuzanstellungen, das in den Personalakten der Bundestagsfraktion dutzendfach dokumentiert ist. Wer heute lautstark nach "Meinungsfreiheit" brüllt, fordert eigentlich das Privileg, unwidersprochen auszuteilen, während er seinerseits Journalisten mit Abmahnungen und Morddrohungen eindeckt. Und jene, die an den "gesunden Menschenverstand" appellieren, versuchen in Wahrheit, wissenschaftlichen Konsens durch ein subjektives Bauchgefühl zu ersetzen. Rechts - Deutsch ist das analytische Gegengift zum rechten Phrasendreschen. Dieses Wörterbuch nimmt die Worthülsen der Rechten beim Wort. Von "Abendland" bis "Zensur" werden über 100 alphabetisch geordnete Schlüsselbegriffe seziert. Dabei verzichtet das Buch auf bloße Beleidigungen. Rechte Rhetorik entlarvt sich am besten selbst, wenn man ihr den Spiegel der Realität vorhält - dokumentiert durch Zitate, reale Vorkommnisse und nachprüfbare Statistiken. Die Methode ist so einfach wie entwaffnend: Entlarvung in drei Schritten. Was sagen sie? (Das öffentliche Schlagwort.) Was meinen sie? (Die politische Absicht.) Und was verschweigen sie? (Die Fakten.)

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.05.2026

Zum gegenseitigen Verständnis tragen diese beiden Wörterbücher, die Rezensent Nils Schniederjann liest, auf jeden Fall nicht bei: Bei Pauline Voss und Julian Reichelt geht es vor allem um Polemiken zu Begriffen wie "Brandmauer" oder "Geschlechtsidentität", über den Begriff "Femizid" wird sich lustig gemacht. Nur selten gelingt es laut Schniederjann, tatsächliche Leerstellen des Diskurses auszumachen, etwa, wenn es um ein AfD-Verbot geht. Insgesamt ist der Band für den Kritiker grotesk: Gegen links wird mit aller Härte ausgeteilt, für Rechts absolute Meinungsfreiheit beansprucht. Die linke Replik darauf kommt von dem Pseudonym "Matthias Kurt" und liest sich wie mit KI geschrieben und ist auch nicht viel ausgewogener, findet der Rezensent - so werden hier etwa reale Einschränkungen der Meinungsfreiheit verschwiegen. Beide Polemiken kann er jedenfalls nicht ernst nehmen.