Samanta Schweblin

Das Gift

Roman
Cover: Das Gift
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518425039
Gebunden, 127 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Ein Fluch, der über einem Ort in der Pampa zu liegen scheint. Eine Heilerin, die vom Tode bedrohte Kinder zu retten versucht. Und zwei exzessiv liebende Mütter, deren Schicksale auf mysteriöse Weise verbunden sind. - "Das Gift" ist wie ein Alptraum, der sich schleichend entfaltet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2016

Rezensent Kersten Knipp sieht Faszination und Langeweile nah beieinander im Debütroman von Samanta Schweblin. Wer schon die Erzählungen der Autorin mit ihrem Sinn fürs Unheimliche gemocht hat, meint Knipp, wird auch den Roman mögen. Wem allerdings das oft Surreale von Schweblins Kunst nicht behagt, der dürfte auch mit dieser Geschichte um eine in der argentinischen Pampa sich abspielende Entfremdung zwischen Mutter und Kind laut Knipp seine Schwierigkeiten haben. Kurze Sätze, Fragen ohne weiterführende Antworten, eine hermetische Welt und ein sich ausbreitendes Verlorenheitsgefühl, damit sieht sich Knipp konfrontiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2015

Samantha Schweblins grandioser Debütroman "Das Gift" ist so flirrend und beklemmend wie ein David-Lynch-Film, versichert Rezensent Martin Halter. Mit angehaltenem Atem liest er die rätselhaft-fantastische Geschichte, in deren Mittelpunkt zwei Mütter und ihre Kinder stehen, die mit einem unbestimmbaren Gift in Berührung kommen. Schweblin lasse dabei raffiniert Zeiten und Perspektiven verschwimmen und erzähle herrlich lakonisch vom Irrationalen, informiert der Kritiker, der die verschiedenen Dialoge, Träume, Realitäten und verzerrten Wahrnehmungen kaum auseinanderhalten kann. Allein das "Staccato" von Rede und Gegenrede hat Halter tief beeindruckt. Ein fulminanter Roman, der dem Vergleich mit Borges oder Cortazar durchaus standhalten kann, schließt der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2015

Mit Samantha Schweblins neuem Buch "Das Gift" hat Rezensent Ralph Hammerthaler einen leisen Roman entdeckt, der vor allem durch seine Rätselhaftigkeit besticht. Die argentinische Autorin erzähle hier ohne Raunen, aber mit einem guten Gespür für kaum vernehmbare Gefahren vordergründig die Geschichte der beiden alleinerziehenden Mütter und Nachbarinnen Amanda und Carla. Gebannt liest der Kritiker, wie ein mysteriöses, nicht näher bestimmbares Gift zunächst von den Tieren, später auch von den Bewohnern des Ortes Besitz ergreift und diese schließlich in den Aberglauben treibt. Abgesehen von ausgiebig geschilderten Muttergefühlen hat dieser raffinierte, zwischen Halluzination und rationaler Logik mäandernde Roman den Rezensenten nachhaltig beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 29.08.2015

In "Das Gift", dem ersten Roman der argentinischen Autorin Samanta Schweblin, geht es um das Verhältnis zwischen Müttern und ihren Kindern, um das Bedürfnis nach einer Wiederherstellung der Symbiose und um alte Traumata der argentinischen Gesellschaft, fasst Britta Heidemann zusammen. Was genau passiert, wird nicht ganz klar - es gibt wohl einen Fluch und eine Seelenwanderung -, aber der Roman scheint die düster-fantastischen Elemente der Kurzgeschichten der Autorin, die Heidemann bereits kannte, ebenfalls zu beherbergen, und erinnert die Rezensentin an die Filme David Lynchs.

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