Saleem Haddad

Guapa

Roman
Cover: Guapa
Albino Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783959850841
Taschenbuch, 400 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem ENglischen von Andreas Diesel. Vierundzwanzig Stunden, die alles im Leben des jungen Rasa verändern: In einem namenlosen Land im Nahen Osten erschüttern gewaltsame Proteste die politische Ordnung. Der Arabische Frühling steht am Scheideweg zwischen Militärdiktatur und islamischem Regime. Und auch Rasas Welt gerät völlig aus den Fugen. Auf der Suche nach seinem besten Freund, der in den Gefängnissen der Machthaber gefoltert wird, streift er durch die Slums seiner Stadt. Nach Hause zu gehen wagt er nicht, denn seine Großmutter hat sein unaussprechliches Geheimnis entdeckt. Während die wichtigsten Beziehungen in seinem Leben zu zerbrechen drohen, muss Rasa seinen Platz in einer Gesellschaft finden, die ihn vielleicht niemals akzeptieren wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2017

Saleem Haddads Debütroman hat Rezensent Jonathan Fischer einfach umgehauen. Der arabische Autor weiß, wovon er in seinem Coming-Out-Roman spricht, versichert der Kritiker, der hier einen Tag lang dem schwulen Übersetzer Rasa durch eine Großstadt während des arabischen Frühlings folgt und dabei das ganze politische Schicksal einer Generation kennenlernt. Der Rezensent erlebt nicht nur, welchen Repressalien Homosexuelle ausgesetzt sind, sondern staunt insbesondere, wie Haddad die inneren Konflikte seines Helden zu schildern vermag: Wenn Rasa sich von dem Islamistenführer Ahmed angezogen fühlt oder von seiner Großmutter Teta entdeckt wird, liest Fischer einen "Tanz um die eigene Scham", der mit keiner Coming-Out-Geschichte der westlich-liberalen Gesellschaft verglichen werden kann.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2017

Mit Proust verglichen zu werden, davon träumt wohl jeder Debütant, Rezensent Stefan Hochgesand erweist Saleem Haddad die Ehre. Hochgesand hat mit dem arabischen Autor und Aktivisten über Queerness im arabischen Raum, über den arabischen Frühling, politisches Engagement und seinen Roman "Guapa" gesprochen. Gemeinsam mit dem Protagonisten durchlebt der Leser einen Tag und in diesem Tag ein ganzes Leben, lesen wir bei Hochgesand, denn die Vergangenheit ist nie vergangen, sondern "die Wurzel des Haderns in der Gegenwart". Geschickt platziere Haddad Erinnerungen und Exkurse, wodurch einem der Protagonist nähergebracht, sein Hadern verständlich gemacht und die Spannung erhöht wird, lobt der Rezensent. Ein, wie er findet, berührender, aufwühlender, mitreißender Roman.