Aus dem Estnischen von Cornelius Hasselblatt. Estland zur Zeit der singenden Revolution: Noch existiert die Sowjetunion, die sich das Land 1940 brutal einverleibt hatte, aber seit Gorbatschow bröckeln die Strukturen der kommunistischen Diktatur. Viele, vor allem junge Leute, leisten Widerstand und engagieren sich für ein freies Estland. Eine Gruppe junger Männer und Frauen hat ein ausgeklügeltes System entwickelt , Personalakten des KGB in die Hände zu bekommen ,und nach Schweden und Finnland zu schmuggeln. Das ist nicht ungefährlich, denn der noch funktionierende Unterdrückungsapparat hat die Gruppe im Visier. Zwischenmenschliche Beziehungen und zarte Romanzen entstehen. Können sie Bestand haben oder werden sie im Spannungsfeld zwischen Vertrauen und Misstrauen gar als Mittel eingesetzt?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.08.2025
Ein poetisch schöner und zudem noch hochaktueller Roman ist das, freut sich Rezensent Marko Martin. Bei dem verstorbenen Satz des Titels handelt es sich, klärt uns Martin auf, um "Ich liebe doch", den Tod findet der Satz mit dem Ende der Sowjetunion. Wobei der Autor Rein Raud keineswegs die soziale Kälte des Kapitalismus anklagen will - nein, stellt Martin klar, ganz im Gegenteil geht es um eine Liebesgeschichte, die vom Sowjetgeheimdienst verunmöglicht wird. Martin skizziert die Grundzüge der Handlung, die im Jahr 1991 in Estland angesiedelt ist und sich um die junge Maarja und Alex dreht, einen Geschäftsmann, in den sie sich verliebt, über den jedoch das Gerücht im Umlauf ist, er sei ein KGB-Agent. Ist er nicht, lesen wir weiter, dennoch hat die kommunistische Überwachungsbürokratie das Personal dieses Buches in vielerlei Hinsicht noch im Griff. Der Rezensent hebt insbesondere die lakonische, lang nachwirkende Sprache ein, in der Raud schreibt. Am Ende der Geschichte taucht dann auch noch Putin auf - in diesem Buch steckt, findet Martin, wirklich jede Menge Gegenwart drin.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…