Der Erste Weltkrieg gilt in der Öffentlichkeit vielfach noch immer als die Geburtsstunde der deutsch-türkischen "Waffenbrüderschaft" und einer Freundschaft ohne Hintergedanken. Doch warum endete dieser Mythos mit der gemeinsamen Niederlage 1918 nicht, sondern wurde vielmehr gerade in den Jahren danach erst eigentlich geschaffen? Sabine Mangold-Will beschreibt die deutsch-türkischen Beziehungen zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland in ihrer internationalen wie transnationalen Dimension zwischen Diplomatie, Vereinswesen, interessierten Gesellschaftskreisen, Bildungspolitik und Sport. Dabei fragt die Autorin insbesondere nach den wechselseitigen Interessen einer von beiden Seiten formulierten angeblich ungebrochenen und zweckfreien Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2013
Die türkisch-deutschen Beziehungen einmal realistisch zu betrachten hilft dieses Buch der Historikerin Sabine Mangold-Will laut Rezensent. Wolfgang Günter Lerch findet lesenswert, was Mangold-Will zu den Beziehungen der beiden Staaten in der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und Hitlers "Machtergreifung" zu erzählen hat, in der der Freundschaftsmythos noch nicht geboren war, sondern vor allem historisch-politische Gemeinsamkeiten, wie die Kriegsniederlagen beider etwa, das Verhältnis bestimmten. Für den Rezensenten eine heilsame und wichtige Perspektive auf die Beziehung dieser heute derart eng miteinander verbundenen Völker.
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