Sabine Friedrich

Wer wir sind

Roman
Cover: Wer wir sind
dtv, München 2012
ISBN 9783423280037
Gebunden, 2032 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

So wie in "Wer wir sind" sind sie uns noch nie begegnet, die Moltkes und die Stauffenberg-Brüder, die Bonhoeffers, Lebers und die Dohnanyis, die Schulze-Boyens, die Schumachers, Coppis und all die anderen, die sich - aus den unterschiedlichsten Gründen - entschlossen haben, Hitler und seinem menschenverachtenden Regime die Stirn zu bieten. Vom Kaiserreich bis in die Nachkriegszeit spannt sich der Bogen, von den Schlössern Ostelbiens zu den Seen Wisconsins, von Künstlerateliers und Kleingartensiedlungen zu den großbürgerlichen Villen des Berliner Westens, von Londoner Ministerien bis an die Ostfront und in den Schuppen von Plötzensee. Die Lebensgeschichten all dieser Menschen mit ihren vielfältigen freundschaftlichen, beruflichen oder verwandtschaftlichen Verbindungen treffen uns in "Wer wir sind" mit einer unglaublichen Wucht. Die Erzählung ihrer Schicksale wirft Fragen auf, die universell und zeitlos sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2012

Mit ihrem zweitausend Seiten langen Roman "Wer wir sind" hat sich Sabine Friedrich einiges vorgenommen, meint Rezensent Andreas Kilb und muss nach der kaum enden wollenden Lektüre leider gestehen: Die Autorin ist "grausam gescheitert". Bei ihrem Versuch, über den deutschen Widerstand zu schreiben, wollte Friedrich den Widerstandskämpfern nicht nur zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen, berichtet der Rezensent, sie wollte auch deren Gefühls- und Gedankenwelt ausleuchten und sie zu "literarischen Helden" emporheben. Leider liest der Kritiker aber überwiegend Aneinanderreihungen von Handlungs- und Ortsbeschreibungen, die ihn an "Regieanweisungen für Kostümfernsehen" erinnern und durch ihren Mangel an Konzentration und Form auch sprachlich nicht überzeugen können. Gern hätte er etwa mehr über die radikale Ethik Bonhoeffers oder die Friedensvisionen eines Moltke oder Trott zu Stolz erfahren - doch es gelingt Friedrich nie, in das Denken ihrer Protagonisten einzudringen, bedauert der Rezensent, der einzig die Liebesgeschichte zwischen Mildred Harnack-Fish und Arvid Harnack lesenswert fand.

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