Vladimir Nabokov ist ein Autor mit einem beeindruckenden zweisprachigen Oeuvre. Aber er war auch ein virtuoser Übersetzer. Bei seiner Übertragung russischer Klassiker entwickelte er eine strenge, provokante Übersetzungstheorie, die auf ein Auswendiglernen des Originals abzielt. Als phantasievoller und selbstreflexiver Schriftsteller beschreibt Nabokov dabei seine mnemonischen Verfahren mit Hilfe der Gnosis und der rhetorischen Memoria. Dieser Metaphorik einer erlernbaren Lese- und Lebenskunst ist der erste Teil des Buchs gewidmet, der Nabokov als Übersetzer und Kommentator würdigt. Der zweite Teil des Buchs beschäftigt sich mit seiner Autobiographie "Speak, Memory". Auch hier übersetzt Nabokov, erfindet und kommentiert seine Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2000
Weniges ist bisher zu Nabokovs philologischen Arbeiten geschrieben worden, stellt "U. Sm." in der Kurzrezension fest und lobt umso mehr die "sorgfältige Arbeit" der Autorin. Sie hat Nabokovs "Textstrategien" in Bezug auf seine Codierung der Erinnerung gedeutet und so einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der "künstlerischen Imagination" des russisch-amerikanischen Schriftstellers geliefert, hebt "U. Sm" hervor.
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