Roland Reuß

Fors

Der Preis des Buches und sein Wert
Cover: Fors
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783866001626
Kartoniert, 300 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Ruskins experimenteller, über Jahre in monatlichen Lieferungen erschienener Text 'Fors clavigera' gewidmet den 'Workmen and Labourers of Great Britain' (1871-1884), betrat nicht nur sprachlich Neuland. Kühn war an diesem work in progress auch, daß es sich programmatisch jeder Art von Werbung verweigerte. Und 'Fors clavigera' war zugleich das erste Druckerzeugnis, für das ein Autor zusammen mit seinem Verlag eine strikte Buchpreisbindung durchsetzte zunächst durchaus gegen den Widerstand des Buchhandels und in Kämpfen mit diesem. Die Gedanken, die Ruskin dabei leiteten, und die in England schließlich in das berühmte Net Book Arrangement (1900) einmündeten, sind von aktuellem Interesse. Gekoppelt sind Ruskins Vorstellungen vom Wert des Buchs an eine bestimmte Konzeption von Arbeit ('labour'), der über Schüler Ruskins in die Gründungsurkunden der Labour-Party einerseits und andererseits über William Morris und Ezra Pound vermittelt in die Quellgründe der modernen Dichtung Eingang gefunden haben. Der Essay von Roland Reuß folgt diesen Spuren und konfrontiert, das Buch als Gut preisend, die von Ruskin beschriebene Konzeption kultureller Arbeit und kulturellen Werts mit den gegenwärtigen Tendenzen, das Buch 'wie alles andere, den Menschen inklusive' nur noch als Ware anzusehen. Der Sinn der aktuellen Rechtslage, den Preis des Buches nicht über das Gesetz von Angebot und Nachfrage zu bestimmen, wird freigelegt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2014

Ein bisschen John-Ruskin-Exegese, ein bisschen Abschweifung zu Pound und Shakespeare und in die Gegenwart lässt sich Helmut Mayer gefallen, wenn der Literaturwissenschaftler Roland Reuß sich mit Ruskins Zeitkritik befasst und dessen Ideen betreffend eine sich dem Markt entziehende Publikationskunst. Von Ruskin und seinem Eintreten für das Buch als wertzuschätzendem Produkt der besonderen Art, so erläutert der Rezensent, gelangt der Autor in die Gegenwart und zu Amazon und seiner Schlacht gegen die Buchhandlungen. Mayer lernt dabei nicht nur viel über die (falschen) Versprechungen der Online-Welt, sondern lernt mit Ruskin auch einen "hinreißenden" Autor kennen.
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