Auf der Basis einschlägiger Akten in Deutschland, Polen, Lettland, Ungarn und in Großbritannien wird in der vorliegenden Publikation der Versuch unternommen, ein zentrales Kapitel der Politik europäischer Minderheiten in der Zwischenkriegszeit einer Neubewertung zu unterziehen. Der Europäische Nationalitätenkongreß wird eingeordnet in ein Geflecht aus europäischer Minderheiten- und Verbandspolitik, in ein Kräftefeld zwischen den nationalen Gruppen, der sich wandelnden europäischen Staatenlandschaft und dem Völkerbund. Der Kongreß wird damit untersucht als Teil des internationalen Systems in Europa in der Zeit zwischen den Kriegen. Ausgangspunkt ist dabei die Grundthese, daß der Europäische Nationalitätenkongreß, geplant in seinem Gründungsjahr 1925 als Interessenorganisation nationaler Minderheiten, Teil der Radikalisierung der europäischen politischen Landschaft zwischen den Weltkriegen geworden ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2001
Nach Wolfgang Elz bekommt der Leser dieser Studie durchaus "eindeutige Ergebnisse geboten", etwa plausible Begründungen dafür, wieso der "ursprünglich liberaldemokratische und internationalistische Ansatz" des Europäische Nationalitätenkongresses nach und nach verloren ging. Doch hat der Rezensent, der in seiner Besprechung ausführlich darauf eingeht, was der Europäische Nationalitätenkongress überhaupt war, was seine Ziele waren und welche Entwicklung er genommen hat, an diesem Buch auch einiges auszusetzen. So bemängelt er etwa die schwierige Lesbarkeit des Bandes, den seiner Ansicht nach ohnehin nur Leser verstehen könnten, die in der Thematik sattelfest sind. Die Autorin mache es dem Leser nicht leicht, weil die "eigentlich durch die Kapitelüberschriften vorgegebene chronologische Systematik ständig durchbrochen" werde. Er vermisst einen Überblick über die Thematik, stattdessen diagnostiziert er jedoch viele Einzelfacetten und Details. Auch die Tatsache, dass ein Personen- sowie ein Sachregister fehlt, scheint Elz beinahe unverzeihlich zu finden.
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