Dieses Buch handelt von Pionieren. Es erzählt die Geschichten von Menschen, die vor moralischer Ambition nur so strotzten: Abolitionisten, Suffragetten, Helden des Widerstands und Bürgerrechtlerinnen, Menschen, die nicht nur Ideale hatten, sondern ihre Karrieren auch nach diesen Idealen ausrichteten - und den Lauf der Welt veränderten. Wie werden umwälzende Ideen nicht nur geboren, sondern auch in die Tat umgesetzt? Wie geht man die größten Herausforderungen der eigenen Zeit an? Wie kommt man vom Reden ins Handeln?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.12.2024
Rutger Bregman kennt Rezensentin Sieglinde Geisel als jemanden, der Hoffnung vermitteln kann, und auch sein neues Buch ist wieder eine Mischung aus Sachbuch und (politischem) Ratgeber: Hier hat er sich der "moralischen Ambition" verschrieben, die handlungsleitend und -motivierend wirke. Anhand von historischen Beispielen wie den Suffragetten erläutert Bregman, wie man mit pragmatischen Ideen zum Ziel kommt. So musste sich beispielsweise der Kampf gegen die Sklaverei zunächst gegen den Sklavenhandel richten, weil damit mehr Leute überzeugt werden konnten - das erzählt der Autor Geisel zufolge durchaus packend. Die Überbetonung der eigenen Handlungsfähigkeit hingegen nervt sie ein wenig, auch beim Thema Klimawandel hätte sie sich abschließend mehr neue Input gewünscht.
Eine unterhaltsame Mischung aus "Appell, Argumentation und Anleitung" findet Rezensent Ralph Gerstenberg im Buch von Rutger Bregman vor. Dieser möchte vor allem eines: seine Leser dazu anregen, sich für eine bessere Welt zu engagieren. Persönliches Glück sollte nicht die einzige Priorität im Leben sein, so Gerstenberg, vielmehr brauche es "ambitionierte Idealisten", die sich einsetzen, für die Umwelt und die Zivilgesellschaft. Einige Vorbilder aus der Geschichte führe Gerstenberg an, darunter den ukrainischen Virologen Wiktor Schdanow, dem die Ausrottung der Pocken gelang oder den Gründer der Abolitionisten-Bewegung Thomas Clarkson. Ein bisschen didaktisch kommt das Ganze schon manchmal daher, findet Gerstenberg, stimmt Bregman aber gleichzeitig zu und hofft, dass sein Anliegen viele Leser anspornen wird, die Gesellschaft besser zu machen.
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