Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751821360 Gebunden, 248 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Soziale Medien haben sich bis in die hintersten Winkel unseres Lebens ausgebreitet. Sie strukturieren Informationsflüsse, ordnen Aufmerksamkeit und tragen zur Ausbildung einer hochreaktiven Öffentlichkeit bei. Diese Reaktionsmaschine produziert Falschnachrichten, schürt Hass und bringt Menschen dazu, einander öffentlich anzugreifen, zu beleidigen und Tribunale zu errichten. Rupert Gaderer zeigt an literarischen Texten, Theaterarbeiten und essayistischen Interventionen, aber auch an Gerichtsprozessen, Ratgebern und Shitstorm-Simulationen, wie digitale Konflikte ästhetisch reflektiert, reproduziert oder kritisiert werden: in paranoischen Beobachtungsprotokollen, in Gegenangriffen auf Hater, in poetischen Formen digitaler Beleidigung, in literarischer Hassrede auf der Bühne und in Analysen rechter Ideologien. Damit skizziert dieses Buch nicht zuletzt ästhetische Strategien der Gegenwehr wider die destruktiven Dynamiken sozialer Medien - jenseits resignativer Klagen über die Verrohung der Debattenkultur und illusorischer Forderungen nach einer völligen Entnetzung oder einer durchgreifenden juristischen Bändigung der Plattformen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2026
Rezensent Steffen Martus empfiehlt Politikern das Buch des Medienwissenschaftlers Rupert Gaderers über die Funktionsweisen der Reaktionsmaschine soziale Medien. Der Autor führt laut Martus versiert ein in die "Tribunalisierung der gesellschaftlichen Meinungsbildung", d. h. spontane Machtausübung und Bestrafung, und erläutert an Beispielen, wie die Neue Rechte sich ihrer bedient. Beispiele und "historisch-systematische" Gedanken liefert der Autor auch zu Kunst und Literatur in der postdigitalen Gesellschaft, erklärt Martus. Wie etwa Elfriede Jelinek oder Stefanie Sargnagel sich erfolgreich gegen die Tribunalisierung zur Wehr setzen, erläutert der Autor laut Martus auch und zeigt wie Rechtsberater daraus ein Business machen. Für Martus ganz klar ein Buch der Stunde.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…