Die sozialen Medien haben sich zu einem Raum des Hasses und der Unwahrheit entwickelt. Ohne diese digitalen Brandbeschleuniger sind die rechtsextremen Wahlerfolge ebenso wenig zu verstehen wie die jüngste Welle rechter Gewalt. Maik Fielitz und Holger Marcks gehen dieser Entwicklung und ihren Ursachen auf den Grund. Sie zeigen, mit welchen manipulativen Techniken rechtsextreme Akteure in den sozialen Medien versuchen, Ängste zu verstärken, Verwirrung zu stiften und Mehrheitsverhältnisse zu verzerren. Dass ihr Wirken dabei eine solche Dynamik entfalten kann, hat wiederum mit der Funktionsweise der sozialen Medien selbst zu tun. Denn sie begünstigen die Entstehung und Verbreitung von Bedrohungsmythen, die der führungslosen Masse der Wutbürger eine Richtung geben. Wie aber ließe sich dieser "digitale Faschismus" bändigen, ohne die Werte der offenen Gesellschaft in Mitleidenschaft zu ziehen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2021
Rezensent Fridtjof Küchemann findet den Vorschlag einer "vorgelagerten Inhaltsprüfung", den Maik Fielitz und Holger Marcks in ihrem Buch über die sozialen Medien als Resonanzraum der Rechten machen, zwar ziemlich illusorisch. Bedenkenswert aber erscheint er ihm dennoch. Zu lernen ist aus den Analysen im Buch laut Küchemann, wie rechte Narrative und Angstmache mit den Mechanismen der Algorithmen harmonieren. Die Lektüre schärft die Aufmerksamkeit, desillusioniert aber auch, was die demokratischen Gegenmittel betrifft, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2020
Rezensent Lutz Büge findet das Buch des Konfliktforschers Maik Fielitz und des Sozialwissenschaftlers Holger Marcks wichtig, auch wenn die Autoren keine Debatte über die Definition von Faschismus entfachen, sondern sich auf den in den sozialen Medien gepflegten Mythos vom Untergang der Nation konzentrieren. Die rechtsextreme Praxis im Netz, identitätsstiftende Hasskulturen und wie die AfD sich diese zunutze macht, darüber schreiben die Autoren allerdings wissenschaftlich, klar, ohne Alarmismus, erklärt Büge anerkennend.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.11.2020
Rezensentin Vera Linß erkennt anhand der Analysen der Terrorismusforscher Maik Fielitz und Holger Marcks, dass eine Neuausrichtung sozialer Medien notwendig ist, um demokratiefeindliche Einflüsse zu verhindern. Wie die Rechten im Netz erfolgreich sind mit Überdramatisierung, "Gaslighting" und "metrischer Manipulation", erläutern die Autoren laut Linß verständlich und anhand vieler Beispiele. Die Ergebnisse der vorgelegten Recherche findet Linß erschreckend, da sie ihm offenbaren, wie weit rechte Sprache bereits den öffentlichen Diskurs bestimmt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…