Johannes Gernert

Generation Porno

Jugend, Sex, Internet
Cover: Generation Porno
Fackelträger Verlag, Köln 2010
ISBN 9783771644390
Gebunden, 280 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ein Junge ist 14 und sucht im Internet auf der Pornoplattform Youporn fast jeden Tag nach "Blowjobs". Der andere ist 16 und findet Youporn längst langweilig. Die wirklich krassen Sachen seien woanders. Das Internet spült eine Flut von pornografischen Bildern in die Kinderzimmer. Oft genügt ein kurzer Klick: "Schon 18?" "Ja!" Eltern und Pädagogen sind beunruhigt und machen sich Sorgen, was die Eindrücke in den Köpfen ihrer Kinder auslösen. Porno beschränkt sich nicht auf einschlägige Seiten im Netz, sondern prägt die Kultur von Teens und Twens viel umfassender. Auf Handys zirkulieren Clips, für die Teenager sich selbst aufgenommen haben beim Sex. Schulen und Elternhäuser müssen sich der Entwicklung stellen. Aber wie? Und was können Politiker für einen besseren Jugendschutz tun? Auf solche und andere Fragen gibt dieses Buch eine Antwort in Gesprächen mit Jugendlichen, Erziehungsberechtigten und Experten

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.06.2010

Als "brillant recherchierten Ratgeber" lobt Florian Zimmer-Amrhein dieses Aufklärungsbuch für Eltern über jugendlichen Konsum von Pornografie im Internet. Detailliert beschreibe der Journalist Johannes Gernert darin pornografische Praktiken und Jargons, lasse junge Menschen von ihren ersten Kontakten mit Pornos reden und ihre Haltungen gegenüber den Darstellungen formulieren. Aber auch Jugendschützer, Wissenschaftler und Pädagogen kämen in diesem Band zu Wort, was das 300-Seiten-Kompendium für den Kritiker zu einem "Panorama aus Stimmen, Eindrücken und statistischen Daten" macht, die ihm ein erstaunlich differenziertes und vor allem unreißerisches Bild von sexueller Identität im digitalen Zeitalter präsentierte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.03.2010

Nachdem eine Studie von Bernd Siggelkow von 2008 eine "sexuelle Tragödie" unter Kinder- und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien diagnostiziert und damit die deutsche Öffentlichkeit aufgeschreckt hatte, macht sich nun der Berliner Journalist Johannes Gernert daran, die Jugendlichen von heute als "Generation Porno" zu verorten, teilt Cathrin Kahlweit mit. Das Buch kann die Rezensentin trotz ausufernder Beispiele und Interviews nicht davon überzeugen, dass es diese "Generation Porno" überhaupt gibt, und sie meint festzustellen, dass auch der Autor seine liebe Mühe hat, dieses vorgebliche Gesellschaftsphänomen in der Realität aufzuspüren. Fündig wird er vor allem in den Medien und im Internet, die Jugendrealität sei aber immer noch von Vorstellungen von Liebe und Treue geprägt. So lautet das Fazit der Rezensentin, dass es sich bei dieser "Fleißarbeit" eher um die Beschreibung eines "Porno-Chics" handelt, was allerdings immer noch als Tabubruch daherkomme und insofern eben "nicht "die Regel" sei, wie hier effektheischerisch beklagt wird.
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