Die Frage, ob das Militär in der DDR gesellschaftlich integriert oder sogar akzeptiert war, gehört zu den besonders kontrovers diskutierten Themen der DDR-Geschichte. Für nicht wenige Menschen verkörpert die Nationale Volksarmee bis heute die "Armee für Frieden und Sozialismus", die zugleich als "Schule der Nation" wirkte. Auf der anderen Seite ruft die NVA bei vielen negative Bilder hervor, die mit Drill, persönlicher Unterdrückung und Parteidiktatur verbunden werden. In der vorliegenden Arbeit wird erstmals untersucht, wie es um die "Armee des Volkes" konkret bestellt war, inwieweit die propagierte Interessenidentität zwischen ziviler und militärischer Gesellschaft tatsächlich bestand. Das Spektrum der Untersuchung reicht von der wehrpolitischen Mobilisierung über die Erfahrungen in den Kasernen bis zum Reservistendienst und dem Einsatz von Armeeangehörigen in der Landwirtschaft, auf Baustellen und in der Produktion.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2009
Sehr positiv hat Gunter Holzweissig diese Studie über die NVA und die Militarisierung der DDR-Gesellschaft von Matthias Rogg aufgenommen. Er hebt die Fülle von bislang nicht ausgewerteten Quellen hervor, auf die der Autor zurückgreift: Lage- und Stimmungsberichte der Politorgane der Volksarmee, unter Verschluss gehaltene Meinungsumfragen, Interviews mit Zeitzeugen, Lagebilder der in die Streitkräfte integrierten MfS-Dienststellen. Deutlich werden für ihn die Bemühungen der DDR-Führung, die Gesellschaft umfassend für die Landesverteidigung zu mobilisieren und ihr Denken zu militarisieren, sowohl mit Hilfe militärpolitischer Öffentlichkeitsarbeit als auch mit "sozialistischer Wehrerziehung?. Erhellend scheinen Holzweissig auch die Ausführungen über die Unzufriedenheit innerhalb der Armee. Er kann die Arbeit nur empfehlen - dem Fachmann, aber auch dem politisch interessierten Laien, gewährt sie doch neue "Einblicke in den militarisierten DDR-Alltag?. Lobend äußert er sich über den wissenschaftlichen Apparat, die gute Lesbarkeit und die zahlreichen Abbildungen.
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