Völlig unzeitgemäß, aber ganz prima findet Christoph Dieckmann die Geschichten aus dem Alltag eines ehemaligen NVA-Soldaten, die Engelmann erzählt, der im wahren Leben, wie Dieckmann verrät, Autoverkäufer sein soll. Kein NVA-Enthüllungsroman, der mit politisch brisanten Dingen aufwartet, sondern unspektakuläre Begegnungen und Begebenheiten des Soldatenlebens, die sich auf den ersten Blick wie ein Soldatenschwank lesen, meint Dieckmann. Mit der Zeit sickere auch die stille Botschaft durch: die Armee als seelenlose Maschinerie, die den einzelnen degradiert und zur Ohnmacht zu verurteilen scheint. Der Ich-Erzähler, den man nach Dieckmann automatisch mit dem Autor gleichsetzt, stilisiere sich nicht zum Opfer, sondern plädiere dagegen für "Verantwortung als persönliche Kategorie". Ein vom pazifistischen Geist durchdrungenes Buch, das viele komische Seiten hat.
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