Was ist denn schon gerecht? Der Ort unserer Geburt? Unsere Herkunft? Unsere Gene, die scheinbar Schicksal spielen? Der Zufall, der uns vor einem Unglück bewahrt, oder uns über Nacht zum Millionär werden lässt? Sind wir nicht alle gleich? Gerechtigkeit gibt es nicht!, rufen die traurigen, hoffnungslosen Realisten. Es ist eine wunderschöne Illusion, die uns hoffen und schaffen lässt, die anderen. Rudolf Taschner wird Ihnen keinen Schiedsspruch über Gerechtigkeit liefern, er wird keinen Freibrief für Vorurteile ausstellen, kein Machtwort über Geld, Gesetz, Geschichte und Gewissen sprechen. Aber er wird Sie fühlen lassen, dass Ihr Glück nicht davon abhängt, wie groß Ihr Stück vom Kuchen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2011
Angetan zeigt sich Michaela Seiser von Rudolf Taschners Untersuchung verschiedener Formen und Spielarten von Gerechtigkeit in Geschichte und Gegenwart. Das angenehm zu lesende Buch bietet in ihren Augen instruktive Ausflüge in diverse Wissenschaftsdisziplinen von der Biologie und Physik über die Philosophie, die Wirtschaftswissenschaften bis zur Rechtswissenschaft und der Theologie. Der Autor verleugnet seine eigene Profession - die Mathematik - nicht, was für Seiser etwa an der Darlegungen der Rentenproblematik anhand mathematischer Modelle deutlich wird. Dass der Markt nicht gerecht ist (wenn er auch nicht gleich ungerecht ist) scheint ihr nicht unbedingt neu, dass aber auch das Glück ungerecht sein soll, findet sie schon ein wenig desillusionierend.
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