Ronen Steinke

Terror gegen Juden

Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt
Cover: Terror gegen Juden
Berlin Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783827014252
Kartoniert, 256 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich. Der Staat hat zugelassen, dass es so weit kommt - durch eine Polizei, die diese Gefahr nicht effektiv abwehrt, sondern verwaltet; durch eine Justiz, die immer wieder beschönigt. Der jüdische Autor Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Er trifft Rabbinerinnen und Polizisten, konfrontiert Staatsschützer, Geheimdienstler und Minister mit dem Staatsversagen. Viel muss sich ändern in Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.08.2020

Dass Antisemitismus kein Randphänomen und Übergriffe auf jüdische Menschen in Deutschland keine Einzelfälle sind, führt Ronen Steinke der Rezensentin Hannah Bethke eindrucksvoll vor Augen. Sie erinnert an eine Vielzahl antisemitischer Anschläge von Links und Rechts. Die gegenwärtige Debatte um die Boykottbewegung BDS oder die Abgrenzung des Antisemitismus von der Israelkritik spricht sie in ihrer kurzen Kritik an, sagt aber nicht, inwiefern sich Steinke dazu äußert. Dem wichtigen und eindringlichen Buch hätte allerdings ein gründlicheres Lektorat und etwas mehr sprachliche Eleganz gut getan, meint Bethke.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.07.2020

Dem Rezensenten Jakob Hayner zufolge belegt Ronen Steinke in diesem Buch anhand von etlichen Beispielen aus der jüngsten und ferneren Vergangenheit, wie der deutsche Staat beim Schutz der jüdischen Minderheit versagt. Dabei hat der Autor dem Kritiker gezeigt, dass Judenhass bei Weitem nicht nur unter Rechten vorkommt. So aufrüttelnd der Kritiker die Publikation fand, so sehr hätte er sich auch gewünscht, dass sie nicht nur in der Forderung härterer Strafen, besserer Kontrollen und effektiverer Schutzmaßnahmen gipfele, sondern auch Möglichkeiten zur Bekämpfung der Ursachen von Antisemitismus diskutiere.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2020

Mit großem Interesse hat Rezensent Günther Nonnenmacher Ronen Steinkes Buch über das Erstarken des Antisemitismus in Deutschland nach dem Krieg gelesen. Steinkes Buch, das Kontinuitäten antisemitischer Gewalt aufzeigt, beeindruckt den Rezensenten durch akribische Recherche und dezidierte Beschreibungen auch des linken wie des muslimischen Antisemitismus. Hundert Seiten umfasse allein die Chronik antisemitischer Gewalttaten von 1945 bis 2020. Die Reformvorschläge, die der Autor an die Politik und die Sicherheitsbehörden adressiert, scheinen Nonnenmacher "berechtigt und bedrückend" zugleich: Bedrückend, weil sie auch zeigen, dass Steinke - für Nonnenmacher leider zurecht - nicht daran glaube, "dass sich der gesellschaftlich tief verwurzelte Antisemitismus ausreißen lassen wird".

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…