Aus dem Amerikanischen von Jan Volker Röhnert. Jim Jarmusch lässt in seinem "Paterson" den dichtenden Busfahrer Paterson - die Hauptfigur - Gedichte von Ron Padgett in sein Heft notieren: Als Exponent der amerikanischen Beat-und-Pop-Bewegung gilt Ron Padgett heute als einer der wichtigsten amerikanischen Lyriker der Gegenwart. Padgett ist nun auch im Deutschen neu zu entdecken: Die Auswahl von Jan Volker Röhnert stellt etwas über hundert Gedichte aus vier Jahrzehnten vor - darunter alle Gedichte aus dem Film "Paterson".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2018
Jürgen Brocan nimmt die Gedichte von Ron Padgett mit in den Alltag. Da machen sie sich gut, findet er. Wenn der Autor aus der Beschreibung einer Streichholzdschachtel ein Liebesgedicht macht oder anderen alltäglichen Dinge mit Metaphern und Assoziationen poetische Stimmungen abringt, aber leicht und fließend, geht Brocan mit. Zuweilen etwas geschwätzig und beliebig, meist aber von "Witz und Wehmut durchschossen", bietet die Auswahl dem Rezensenten die Chance, diesen vielleicht unbekanntesten aller von der New York School beeinflussten Dichter kennenzulernen. Das Nachwort unterstützt ihn darin. Jan Volker Röhnerts Übersetzung scheint ihm kongenial, nur manchmal etwas zu umgangssprachlich. Den Satzspiegel findet Brocan gewöhnungsbedürftig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017
Der Tatsache, dass Ron Padgett jene Gedichte schrieb, die Jim Jarmusch für seinen Film "Patterson" über William Carlos Williams benötigte, mag es geschuldet sein, dass nun auch ein Band mit Gedichten von Padgett auf Deutsch vorliegt, glaubt Rezensent Tobias Lehmkuhl. Denn besonders überzeugen können ihn die lyrischen Ergüsse des 1942 geborenen Amerikaners und Willams-"Epigonen" nicht wirklich: Dort, wo Williams' Gedichte durch reine "Anschauung" bestechen, wirken Padgetts Versuche wie "trockene Überlegungen", bemängelt der Rezensent, der auch der Übersetzung von Jan Volker Röhnert nicht viel abgewinnen kann.
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