Rolf Hörler

Federlesen

Gedichte
Nimrod Literaturverlag, Zürich 2003
ISBN 9783907149065
Kartoniert, 158 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Ernst Nef.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2003

Beatrice Eichmann-Leutenegger bespricht in einer Doppelrezension Gedichtbände zweier Schweizer Lyriker und ist alles in allem von beiden Büchern recht angetan. An den Gedichten des Bandes "Federlesen von Ralf Hörler weiß sie sowohl die Bodenhaftung vieler der Verse als auch die "schmunzelnde Selbstironie", mit der der Lyriker sich und die Welt betrachtet, zu schätzen. Die Rezensentin beeilt sich aber einzuräumen, dass Hörler auch eine gewisse "Bereitschaft zum Höhenflug" zeigt. Insgesamt sieht sie die Gedichte Hörlers stark von der Erfahrung des Älterwerdens und damit der Vergänglichkeit geprägt, allerdings, so Eichmann-Leutenegger eingenommen, ohne jegliche Larmoyanz und lediglich mit "zarter Melancholie". Sie hat jedoch auch einiges auszusetzen an den Gedichten. So hat sie gestört, dass die "durchdachten Sprachfelder" mitunter durch rein "informative" Angaben unterbrochen werden, die ihr in den Gedichten fehl am Platz vorkommen. Außerdem sieht sie sich veranlasst, bei den Zeilen "Auschwitz / ist überall" entschieden zu widersprechen. Denn sie findet, dass hier ein hervorstechendes Ereignis durch Verallgemeinerung in die "Beliebigkeit und Multiplizierbarkeit abzugleiten droht".