406 n. Chr.: Die Vandalen überrennen die Grenzen des Römischen Reiches. Ihr mächtiger Anführer Geiserich erobert Rom. Roland Steinacher erzählt die Geschichte des berüchtigsten Germanenvolkes und zeichnet ein von Mythen und Legenden befreites, modernes Bild der barbarischen Invasoren.
Vandalen, Alanen und Sueben - ihre Namen stehen bis heute für Zerstörung und Verwüstung. Sie zogen quer durch Europa, kämpften in Gallien und Spanien in römischen Bürgerkriegen oder auf eigene Rechnung. Schließlich gelang es ihnen, das römische Afrika zu erobern. Der Autor revidiert unsere Auffassung von den Vandalen als unzivilisierten Horden. Vielmehr waren sie Pioniere bei der Umgestaltung der römischen Welt. Unter den vandalischen Herrschern wurden die ehemals römischen Provinzen zu einem wohlhabenden und gut funktionierenden Königreich. Zum ersten Mal bettet der Autor die Geschichte der Vandalen in die Verhältnisse des römischen Mittelmeerraums im 5. und 6. Jahrhundert ein. Zugleich erfährt der Leser, wie der Vandalenname bis heute in unserem historischen Bewusstsein fortlebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2016
Ob es sich bei Roland Steinachers Buch um das Vandalenbuch schlechthin handelt, möchte der hier rezensierende Althistoriker Bruno Bleckmann nicht entscheiden, schließlich gibt es neue und ebenso anregende Publikationen zum Thema. Sehr lesbar und kurzweilig findet er Steinacher, der laut Rezensent keine Rehabilitierung der Vandalen anstrebt, sondern historische Einordnung und Mythenbeseitigung im breiten Forschungskontext, aber allemal. Dass es sich bei den Vandalen um keine scharf begrenzbare ethnische Gruppe handelt, lernt Bleckmann. Sämtliche anderen Aspekte der Vandalengeschichte bekommt er vom Autor kenntnisreich und von einem "voluminösen" Apparat begleitet dargestellt: Strukturen, Erbfolge, Reichsgeschichte, Geschichte Nordafrikas und Nachleben.
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