Im Zentrum der Untersuchung stehen die gesellschaftlichen Verhältnisse der Berner Einwohnerschaft am Ende des Mittelalters, die anhand der Bereiche Demographie, Rechtsverhältnisse, Sozialtopografie, Vermögensstruktur und Ratsherrschaft, Wirtschaftstätigkeit sowie Herrschaftsbildung auf dem Land beschrieben werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2002
Diese Studie nimmt, wie der Rezensent Michael Borgolte erfreut feststellt, eine in den 90er Jahren abgebrochene Forschungstradition wieder auf: die der "umfassenden Strukturanalyse eines mittelalterlichen Gemeinwesens". Roland Gerber hat als Gegenstand seiner Untersuchung die Stadt Bern gewählt und ihr Verhältnis zu ihrem Umland ins Zentrum seiner historischen Erkundungen gestellt. Darin war Bern in der Schweiz eher Ausnahme als Exempel, meint Borgolte, da es nämlich in seinem Bemühen um den Aufbau eines eigenen Territoriums eher Ähnlichkeiten mit den oberitalienischen Städten hatte. Ungeheure Arbeit steckt in der Studie, der Autor hat "rund zehntausend Frauen und Männer personengeschichtlich erfasst". Am interessantesten findet Borgolte nicht die statistischen Ergebnisse, sondern die eigentlich nicht im Fokus des Buches stehenden "besonderen Figuren der Stadtgeschichte". Dass aber nur die Kaufleute und Zwingherren namentlich genannt werden, die Bürger aber namenlos bleiben, hält er für den einzigen Makel dieses gelungenen Buches.
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