Ein Familienroman, mehr noch: ein Gesellschaftsroman. Und das im Spoken Word in der Berner Mundart? Durchaus. Guy Krneta gelingt das Wagnis, indem er Momentaufnahmen aus der Geschichte einer Schweizer Familie und mit ihr aus den vergangenen fünfzig Jahren der Schweiz macht. Wie im Fotoalbum ergeben sich kleinere und größere Sprünge zwischen den einzelnen Aufnahmen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2014
Das genaue Hinhören des Autors ist es, was Rezensentin Martina Läubli besonders beeindruckt an Guy Krnetas kurzen und Kürzesterzähltexten, die der Band versammelt. Was laut Läubli ein Mehrgenerationenroman hätte werden können, wird bei Krneta eine Kostprobe meisterlicher Reduktion, wie die Rezensentin anerkennend erklärt. Familienleben zwischen Pflicht und Zuneigung, der greise Großvater, Tod, Heimat und Sprache, das sind die Themen, meint Läubli, die der Autor mit Witz und surrealen Einfällen ins Spiel bringt, anekdotisch, sprachbegeistert. Die Berner Mundart spielt dabei für die Rezensentin eine doppelte Rolle: als lakonisch rüberkommende Vertrauensbasis und als Resonanzraum, der philosophische Tiefe erkennen und Ungesagtes anklingen lässt.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…