Rocko Schamoni

Tag der geschlossenen Tür

Cover: Tag der geschlossenen Tür
Piper Verlag, München 2011
ISBN 9783492054218
Kartoniert, 270 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Unbeirrt treibt Michael Sonntag durch seine Tage, sein Körper zeigt erste Gebrauchsspuren, und die großen Gedanken machen gewöhnlich einen Bogen um ihn. Entgegen der Erwartungen, die seine Umwelt an ihn stellt, verweigert Sonntag gern jede daseinserhaltende Tätigkeit. Nur seinem Freund Novak gelingt es hin und wieder, ihn mit hirnrissigen Geschäftsideen aus der Reserve zu locken. Und natürlich Marion Vossreuther, der Servicekraft aus dem Handy-Laden, die einen ganz eigenen Reiz auf ihn ausübt. Entschlossen geht Rocko Schamonis Held Michael Sonntag den Erfordernissen des Lebens aus dem Weg. Und dabei fordert der Irrsinn unserer Existenz seine Unerschrockenheit und seinen Witz öfter heraus, als ihm lieb sein kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.01.2012

Der Begeisterung, die Rocko Schamoni gemeinhin auslöst, möchte sich Rezensent Felix Stephan nicht anschließen - erst recht nicht nach der Lektüre seines neuen Romans "Tag der geschlossenen Tür". Schamonis Protagonist erscheint dem Kritiker nicht nur zu schemenhaft, sondern ist vor allem mit zu vielen St.-Pauli-Klischees ausgestattet: als selbsternannter Anarchist richtet er seine orientierungslose Wut in pubertäre Sabotageakte - er geht etwa mit einer Hakenkreuzbinde zu einem Volksfest - gegen alle "Normalos", die mit ihren BMWs, Familien und After-Work-Partys wirken, als hätte sich der Autor in "Großvaters Ressentimentkeller" bedient, so der Kritiker. Für den Rezensenten ist das nicht nur ein wenig zu inhaltsleer, sondern schlichtweg "spießige Spießerkritik". Größte Sorge bereitet ihm allerdings, dass Schamoni sich mit dieser selbstgerecht-beleidigten Wut wohl keine Gedanken um den Absatz seines Buches machen muss.
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