Aus dem Englischen von Kurt Baudisch. Der Londoner Militärhistoriker Neillands legt in seinem neuesten Buch eine detaillierte Darstellung der alliierten Bomberoffensiven während des Zweiten Weltkriegs vor: die Angriffe der Royal Air Force auf Hamburg, Berlin, Köln und das Ruhrgebiet ab 1941, die Einsätze der US Air Force ab 1943, schließlich die vereinten Einsätze zur Zerstörung deutscher Städte ab 1944, kulminierend in dem Angriff auf Dresden im Februar 1945. Dabei geht der Autor vielen seitdem aufgeworfenen Fragen nach: Hat der Bombereinsatz tatsächlich dazu beigetragen, Hitler-Deutschland in die Knie zu zwingen? War es richtig, dass die RAF deutsche Städte bombardierte? War der Tod zehntausender deutscher Zivilisten dabei zu rechtfertigen? Wenn nicht - müssen dann nicht Air Chief Arthur Harris und seine Bomberpiloten als Kriegsverbrecher gelten? Oder war beim Kampf gegen das Nazi-Regime der Einsatz aller Mittel gerechtfertigt?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2003
Joachim Käppner bespricht vier Bücher über die Bombenangriffe der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs und die "moralische Debatte", die um das Bombardement geführt wird. In Robin Neillands "Der Krieg der Bomber" findet er das Bombardement durch die Alliierten und die damit verbundenen Leiden der Bevölkerung insgesamt als kriegsnotwendig verteidigt. Bei der Debatte über das Bombardement, die das Buch "Der Brand" von Jürgen Friedrich im letzten Jahr ausgelöst hat, zeigt sich der britische Autor dabei als Verteidiger der Luftangriffe, indem er ihnen eine "bedeutende Rolle" bei der Verkürzung des Krieges zuschreibt, so der Rezensent zustimmend. Denn auch er ist vollkommen überzeugt, dass der Krieg ohne die starke Bombardierung deutscher Städte noch länger gedauert hätte, auch, wenn, wie der Rezensent einräumt, letztlich der Krieg trotzdem über Bodenkämpfe entschieden worden sei.
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