Roberto Zapperi

Abschied von Mona Lisa

Das berühmteste Gemälde der Welt wird enträtselt
Cover: Abschied von Mona Lisa
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406597817
Gebunden, 175 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mit 16 farbigen Bildtafeln und 9 Abbildungen im Text. Aus dem Italienischen von Ingeborg Walter. Roberto Zapperi entschlüsselt in diesem Buch, für wen Leonardo da Vinci die "Mona Lisa" malte, wen er darstellte und warum sich so viele Legenden um das Bild ranken. Die Frage, wer die Frau mit dem berühmtesten Lächeln der Welt war, bewegt seit fast 500 Jahren die Betrachter der "Mona Lisa" und hat zu ganzen Bibliotheken und noch mehr Vermutungen Anlass gegeben. Roberto Zapperi erzählt eine geheimnisvolle Geschichte aus den Anfängen des 16. Jahrhunderts: vom Hofleben in Urbino mit seinen galanten Amouren, von Kardinälen und Dichtern, von einem unehelichen Kind an der päpstlichen Kurie, von Leonardo da Vincis Tätigkeit in Rom. Und schließlich erfahren wir auch, wie und für wen das Gemälde entstand, das Leonardo nach dem Tod des Auftraggebers zu seinem neuen Gönner nach Frankreich mitnahm und nun die Hauptattraktion des Louvre in Paris ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2010

Roberto Zapperis neue Datierung von Leonardo da Vincis "Mona Lisa" und ihre Identifizierung als Pacifica Brandani überzeugen den Rezensenten Frank Zöllner ganz und gar nicht. Sehr detailliert macht sich der Rezensent, selbst ausgewiesener Leonardo-Kenner und sicherlich nicht zuletzt deshalb so engagierter Kritiker, daran, die Argumente des römischen Autors abzuklopfen. Pacifica Brandani war die Mätresse Giuliano de' Medicis, der nach dem Tod Brandanis deren illegitimen Sohn Ippolito aufnahm und für den er zur Erinnerung das Bildnis der toten Mutter in Auftrag gegeben haben soll: Dies ist die These Zapperis, die Zöllner durch nichts belegt sieht. Sein Haupteinwand aber ist, dass sich so zwangsläufig eine spätere Datierung des Bildes ergeben würde, was wiederum aus Leonardo einen Nachahmer des sehr viel jüngeren Raffael machen würde. Und das hält Zöllner für ganz unwahrscheinlich. Spannend und schön gemacht ist dieser Band zwar durchaus, gibt der Rezensent noch zu. Allein, ihm fehlt die "solide Begründung" für derart umwälzende Thesen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.02.2010

Gustav Seibt hat sich sehr gespannt in Robert Zapperis gewagte These zu Leonardo da Vincis  "Mona Lisa" vertieft und würdigt seine Analyse als ein Meisterstück der "quellenkritischen Kombinationskunst". Nach dem italienischen Historiker handelt es sich bei der Dargestellten nämlich nicht um die Ehefrau des Seidenhändlers Francesco del Giocondo, wie auf Grund einer Stelle in Georgio Vasaris Künstler-Biografie in der Kunstgeschichte allgemein vertreten wird. Vielmehr lege der Autor in vielen Details überzeugend dar, dass es sich bei dem Porträt um die verstorbene Mutter eines illegitimen Sohnes Giuliano de' Medici handle, was der Rezensent seinerseits in seiner eingehenden Kritik nachvollzieht. Nach der Lektüre muss Seibt feststellen, dass Zapperis These sich tatsächlich viel besser mit dem Bild und dem historischen Kontext verträgt als die bisherigen Interpretationen, und er hofft deshalb, dass sie nicht als "Roman" abgetan wird, sondern die Würdigung erhält, die sie verdient.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.01.2010

Nichts weniger als eine "fugenlose Rekonstruktion aller Vorgänge und Motive", die zum wohl berühmtesten Porträt der Kunstgeschichte des Abendlands führten, hat aus Sicht von Alexander Perrig nun ein "illustrer Historiker" mit seinem Buch über die Mona Lisa geliefert: Robert Zapperi, dem es immer wieder gelinge, "scheinbar verriegelte Türen zu geschichtlichen Personen und Vorgängen" aufzuschließen. Auch im Fall von Leonardos Bild, das nicht die Lisa del Giocondo zeige, sondern Pacifica di Giovanni Antonio Brandano, eine Geliebten von Guiliano de Medici. Hier sieht der Rezensent jetzt mit frischer Faktenfülle jahrhundertealten Spekulationen und Vermutungen durch Zapperis Buch den Boden entzogen.