Aus dem Italienischen von Marianne Schneider. Wer war Mona Lisa wirklich? Giuseppe Pallanti, Wirtschaftswissenschaftler in Florenz, stieß bei seinen historischen Forschungen über Landgüter im Chianti zufällig auf den Namen Gherardini und erinnerte sich, bei Vasari gelesen zu haben, Mona Lisa sei eine geborene Gherardini gewesen. Er recherchierte weiter und begab sich in den Florentiner Archiven auf eine Zeitreise zurück in die Toskana der Früh- und Hochrenaissance. So entdeckte er u.a. das Testament Francesco del Giocondos, in dem viel über dessen zweite Frau Lisa, genannt"la Gioconda", zu erfahren ist, und Dokumente, die belegen, dass Leonardos Vater, ein angesehener Notar, mit Giocondo geschäftlich in Verbindung stand. Bis zum spektakulären Diebstahl der "Mona Lisa" aus dem Louvre 1911 waren Vasaris Angaben zur Identität der Dargestellten nicht in Frage gestellt worden. Jetzt interessierten sich plötzlich die Presse und die Zunft der Historiker für die schöne Unbekannte. Teils abenteuerliche Thesen machten die Runde, u.a. dass es sich um eine Geliebte Giuliano de'Medicis oder gar ein Selbstportrait Leonardos als Frau handelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2008
Rezensent Frank Zöllner kann Giuseppe Pallantis Buch über den Entstehungszusammenhang von Leonardo da Vincis "Mona Lisa" und die Frage, wer für dieses berühmte Gemälde Modell stand, nicht uneingeschränkt loben. Zwar bescheinigt er dem Wirtschaftshistoriker, in seiner Studie die Lebensumstände der Mona Lisa und ihrer Familie lebendig und verständlich zu beschreiben. Zudem findet er das Buch "wunderbar ausgestattet". Aber er will nicht verschweigen, dass er Pallantis zentrale Thesen bereits öfter gelesen hat. Der Eindruck, ein Plagiat vor sich zu haben, drängt sich ihm auf. Insbesondere hält er Pallanti vor, zu verbergen, dass er mit der Auswertung der Archivalien zur Familiengeschichte Lisa del Giocondos keineswegs einen neuen Weg eingeschlagen hat.
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