Das Universum Leonardo da Vincis
In einer Zeit, in der sich die Wissenschaft vor der Inquisition verstecken musste, forschte er in Kellergewölben. Er studierte die Natur, weil er sie liebte und verehrte. Die Technik der Perspektive hat er wie kein anderer vor ihm perfektioniert:
Leonardo da Vinci, Visionär und Genie, dessen Arbeiten bis heute Ingenieure, Wissenschaftler und Künstler inspirieren und immer wieder von neuem verblüffen, ist die zentrale Figur der Erfindungsgeister. Der unglaubliche Reichtum seiner Schöpfungen - Skizzen, Illustrationen, technische Zeichnungen - stellt die Fachwelt bis heute vor ein Rätsel: Welche kulturgeschichtlichen Einflüsse hat Leonardo da Vinci zusammengetragen, in seinem Erfindungsgeist neu formuliert und selbstbewusst dramatisiert? Wie wirken diese Impulse der Renaissance, die Welt zu vermessen, zu technisieren und in ein Datenkleid zu setzen, bis heute nach?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.03.2019
Unser Bild von Leonoardo als genialem Erfinder bedarf wohl einiger Korrekturen, stellt Michael Schornstheimer nach der Lektüre von Marc J.M. van den Broeks Buch fest: nicht bedeutende Pionierarbeit zeichnet Leonardo danach aus, sondern der die genaue Kenntnis und der kreative Umgang mit bereits entstandenen Erfindungen. Statt Geistesblitze aus heiterem Himmel sind seine Einfälle wohl eher "unter viel Gelächter und Wein" entstanden, und der entscheidende Vorteil gegenüber den Skizzen und Plänen seiner Kollegen besteht womöglich darin, dass Leonardo einfach der bessere Zeichner war. Der Rezensent findet das originell und hilfreich, zumal es den Eurozentrismus der gängigen Technikgeschichte in den Blick fasst: Buchdruck und Fallschirmsprung etwa waren schon Jahrhunderte früher in China erfunden worden, lernt Schornstheimer. Etwas befremdlich scheint es der Rezensent allerdings zu finden, dass sich van den Broek selbst als Seelenverwandten Leonardos, als ehemaliges Wunderkind mit fotografischem Gedächtnis inszeniert.
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