Roberto Innocenti, J. Patrick Lewis

Das Hotel zur Sehnsucht

Von Gästen, Träumern und Schatzsuchern
Cover: Das Hotel zur Sehnsucht
Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2002
ISBN 9783794149452
Gebunden, 48 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Deutscher Text von Hans Ten Doornkaat. Ein Künstler fährt los, seine abhandengekommene Fantasie zu suchen. Er übernachtet in einem alten Hotel und begegnet dabei Leuten, die ihm irgendwie bekannt erscheinen, auch wenn sie aus anderen Zeiten und Welten kommen. Woher? Wozu? Das eigentliche Rätsel aber ist, wonach sie alle so sehnsüchtig suchen. Der Maler ist unverkennbar Roberto Innocenti selbst. Sein Suchen unter Suchenden wird so zum Detektivspiel über die seine Inspiration und über seine Lieblingsfiguren in der Weltliteratur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002

Fritz Göttler ist fasziniert von diesem Buch. Er sieht darin eine "verrückte Tee-Gesellschaft" präsentiert, deren einzelne Teilnehmer - alles bekannte Figuren aus der Literatur - an einem gottverlassenen Ort am Meer gestrandet sind. Roberto Innocentis Illustrationen seien vor allem von "Sprachlosigkeit" geprägt, doch auch wo gesprochen wird, verliere sich die "Aura der Unerklärlichkeit" nicht. Dabei, so der Rezensent begeistert, sind die Bilder derart "behutsam inszeniert", dass sie wie "Momentaufnahmen" wirken.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.09.2002

Dass "Das Hotel der Sehnsucht", ein Bilderbuch für Kinder von Roberto Innocenti und J. Patrick Lewis, als "kulturgeschichtliches Puzzle" eindeutig der falschen Buchsparte angehört, findet Rezensent Jens Thiele. Schließlich rekurriere das Buch auf ein kulturelles Vorwissen, über das Kinder in keinem Fall verfügen, und sei künstlerisch viel zu anspruchsvoll, als dass die Kleinen es schon in seiner vollen Güte zu schätzen wissen könnten. Nach den Maßstäben für "Erwachsenenbücher" sei das Werk als glänzend zu beurteilen, vor allem wegen der "subtilen Vielschichtigkeit" der phantasievollen Bilder mit ihren zahlreichen Zitaten berühmter Originale wie Kommissar Maigret oder Huckleberry Finn und der "souveränen Bildinszenierung" im erneuerten Stil Innocentis. Doch als ausgewiesenes Bilderbuch für Kinder, so muss der Kritiker leider schließen, sei das Buch ziemlich ungeeignet.