Aus dem amerikanischen Englisch von Cornelia Krutz-Arnold. Young Ju's Vater ist Fischer. Er träumt von einem besseren Leben und will mit seiner Familie weg aus Korea. Als Young Ju im Flugzeug sitzt, glaubt sie, sie würde in den Himmel fliegen. Amerika ist für sie der Himmel, ein Land in dem alle reich und glücklich sind, wo man in Betttüchern schläft und weiche Teppiche auf den Böden liegen. In den USA angekommen, ist alles ganz anders. Die fremde Sprache macht Young Ju am Anfang Angst und sie trinkt zum ersten Mal schmutziges schwarzes Wasser, das im Mund weh tut und Ko-ka-ko-la heißt. Doch sie lernt viel schneller und besser Englisch als ihre Eltern, die mit dem neuen Leben nicht zurechtkommen.
Anhand von An Nas Einwandererroman stellt Angelika Ohland fest, dass in heutigen Sozialdramen nicht mehr von vornherein feststeht, wer die Guten und wer die Bösen sind. Der Plot sei dabei ein sehr konventioneller: Ein koreanisches Mädchen und seine Eltern wandern nach Amerika aus, und während sich das Kind durch Bildung integrieren kann, bleiben die Eltern ausgeschlossen, die Familie geht kaputt. Das Besondere sei jedoch, dass An Na die Geschichte strikt aus der Sicht des Mädchens erzählt, so dass die Erzählung unter narrativen Gesichtspunkten dann doch alles andere als konventionell sei. Das Fazit der Rezensentin: ein überraschend "respektabler Roman aus diesen Zutaten gängiger Sozialdramen".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2005
An Na hat in ihrem Jugendbuch über das Mädchen Jonghu, das mit ihrer Familie aus Korea nach Amerika auswandert, ein "typisches Emigrantenschicksal" aus der Sicht eines aufwachsenden Mädchens beschrieben, erklärt Birgitt von Maltzahn. Sie findet den "besonderen Reiz" der Geschichte darin, dass die Autorin die "Wahrnehmungen" der Protagonistin je nach Alter geschickt anzupassen weiß. Eindrücklich beschreibe Na, wie der Vater an dem kulturellen Wechsel zerbricht, wobei "zwischen den Zeilen" auch einiges über die koreanische Welt zu lernen sei, wie die eingenommene Rezensentin bemerkt. Nicht ganz einordnen kann Maltzahn die große "Nüchternheit" der Erzählweise und fragt sich, ob es sich hierbei wohl um eine "koreanische Eigenart" handelt".
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