Robert Schindel

Scharlachnatter

Gedichte
Cover: Scharlachnatter
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518424865
Gebunden, 100 Seiten, 20,95 EUR

Klappentext

Nach sieben Jahren, in denen er neben einem Essayband über jüdische Leit- und Leidensmotive seinen zweiten großen Roman, "Der Kalte" (2013), publizierte, kehrt Robert Schindel mit einem lyrischen Buch zurück in seine 'Herzzone': Liebesgedichte, poetologische und sprachreflexive Gedichte, Existenzialgedichte, Naturgedichte. "Scharlachnatter" (eine Wortfindung aus Oscar Wildes Salome) versammelt sowohl ausgreifende Poeme von großem Atem wie gnomisch verdichtete Verse. Es sind Zungengeburten, kunstvoll zur Welt gebracht und von zwiegeschlechtlichem Wesen: erotisch-musikalisch und durchsetzt von bitterer Lebenslust, geistesgegenwärtig und doch gedankenvoll - um nur einige der Gegensätze zu nennen, zwischen denen der Dichter ruhelos und rühmend seine Bahnen zieht, bis vielleicht nur noch das 'Echo eines Trillers' vernehmbar ist. Eines allerdings mag diese Dichtung so ganz und gar nicht: den allgemeinen Wortgebrauch. Lieber und stets sucht sie "das Wort in welchem was sei".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2016

Rezensent Helmut Schödel hat sich gern von Robert Schindels "Scharlachnatter" verführen lassen. Der neue Lyrikband des österreichischen Schriftstellers besticht vor allem durch Schindels ganz eigene Sprache, die bisweilen "barocke Wortmonster" gebiert, sich stets erweitert und sich gelegentlich in beinahe hermetischen Selbstgesprächen vom Leser entfernt, erklärt der Kritiker. So taucht Schödel ein in Schindels "Worthaufen", in denen es weniger um das Leiden an Österreichs Vergangenheit oder Schindels Erleben des Nationalsozialismus geht, sondern vielmehr Themen wie Krankheit, Alter und Liebe lyrisch verdichtet werden. Ein sehr lesenswerter kleiner Band, in dem der Dichter stets den Bezug zu den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen behält, schließt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2015

Der neue Gedichtband von Robert Schindel steckt voller Überraschungen, schreibt Rezensent Björn Hayer nach der Lektüre von "Scharlachnatter". Fasziniert beobachtet der Kritiker wie der Wiener Lyriker seinen beweglichen, lebendigen und weitschweifenden Texten immer wieder eine "poetische Essenz" abringt und mit wagemutigen Komposita dem Reichtum der deutschen Sprache huldigt. Einige allzu konstruierte Wortspiele mögen dabei sein, bemerkt Hayer; auch die Mischung aus Liebes- und Naturmotivik, autopoetischen und gesellschaftskritischen Gedankengängen gerät gelegentlich ein bisschen durcheinander, nichtsdestotrotz gelingen die Stücke des Dichters, der die Lyrik auf einem "energetischen Optimum" hält, lobt der Rezensent.
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