Ist Deutschland im freien Fall? Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Politik der Ampel ab. Viele suchen vergeblich nach Politikern und nach einer Partei, die ihre Interessen in fundamentaler Opposition vertritt. Sie könnte diese Leerstelle schließen: Sahra Wagenknecht. Vielen gilt sie als Jeanne d'Arc der Erniedrigten, der Beleidigten, der Enttäuschten, derer, die sich nicht zu Unrecht Sorgen um ihre Zukunft und um die Zukunft ihrer Kinder machen. Ihre Anhänger finden sich auf linker wie auf rechter, auf sozialistischer und auf konservativer Seite des politischen Spektrums. Doch was verbirgt sich hinter ihrer geschliffenen Rhetorik und ihren Analysen? Was plant sie, was will sie wirklich erreichen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2024
Rezensentin Angelika Slavik lernt nicht viel über Sahra Wagenknecht aus diesem Buch, aber einiges über dessen Autor, Klaus-Rüdiger Mai. Der ist, stellt Slavik klar, vor allem wütend, und zwar insbesondere auf die Ampel und noch einmal ganz besonders auf Robert Habeck. Die gegenwärtige Bundesrepublik Deutschland ist für Mai, lesen wir weiter, ideologischer als die DDR, so schlimm ist es seiner Meinung nach gekommen, dass die Leute aus Notwehr anfangen, AfD zu wählen. Und retten kann uns nur Sahra Wagenknecht! Mit der hat sich Mai, bevor er das Buch geschrieben hat, wohl eher nicht unterhalten, vermutet Slavik, trotzdem erzählt er ihren Werdegang nach und geht unter anderem auf den Einfluss ein, den der Dramatiker Peter Hacks auf die Politikerin hatte. Insgesamt erscheint Wagenknecht in diesem Buch als ein Mysterium, fasst Slavik zusammen, das vom lobhudelnden und auch von sich selbst außerordentlich überzeugten Buchautor nicht einmal im Ansatz aufgehellt wird.
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