Robert Löhr

Das Erlkönig-Manöver

Historischer Roman
Cover: Das Erlkönig-Manöver
Piper Verlag, München 2007
ISBN 9783492049290
Gebunden, 192 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

"Goethe, mein Freund, ich bitte dich: Bekämpfe diesen Feind!" Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe hat mit einigem gerechnet, als er an einem Februarmorgen 1805 ins herzogliche Schloss gerufen wird. Hätte er allerdings geahnt, dass Fürst Karl August ihn dazu ausersehen hat, Napoleon zu stürzen, wäre er wohl lieber zu Hause geblieben. Stattdessen befindet er sich wenig später in Begleitung seines Freundes Friedrich Schiller und des reiseerfahrenen Alexander von Humboldt auf dem Weg ins französisch besetzte Mainz, um den wahren König von Frankreich zu befreien. Doch der Auftrag ist weitaus vertrackter als erwartet. Nacheinander kommen ihm die Bonapartis ten, die Royalisten und die Romantiker in die Quere, und die Reise wird zur tödlichen Jagd quer durch Deutschland bis tief in den Schoß des Kyffhäusers.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2008

Hingerissen ist Hermann Kurzke von diesem historischen Thriller, in dem Robert Löhr Goethe, Schiller, Achim von Arnim, Kleist, Alexander von Humboldt und Bettine Brentano zu einer verwegenen Bande formiert, die in geheimem Auftrag den Dauphin von Frankreich aus der Mainzer Festung entführt, um ihn anstelle Napoleons wieder auf den Thron zu setzen. Vom Plot ist natürlich nichts wahr, stellt der Rezensent klar, der allerdings betont, dass die historischen Umstände der Stadt Mainz um 1800 mit geradezu uhrwerkgenauer Präzision eingefangen sind. In Löhrs rasantem Roman liegt das "Lächerliche" nah am Tiefgründigen, Kalauer wechseln sich mit klugen Kommentaren ab, und immer wenn der Rezensent Grund zu Unwillen hat, wird er schon wieder von einer urkomischen Szene überwältigt. Dazu kommt Löhrs Technik, seine Figuren überwiegend durch Originalzitate aus Briefen, literarischen Werken und autobiografischen Quellen sprechen zu lassen, wobei ihm das Kunststück gelingt, sie als lebendige und sehr individuelle Charaktere zu zeichnen, wie Kurzke entzückt preist. Man könnte sich noch über allerlei Ungenauigkeiten und anachronistische Ausfälle echauffieren, so der Rezensent, der aber dafür diesen temporeichen, originellen literarhistorischen Roman viel zu sehr genossen hat.