Ein Mann und eine Frau begeben sich in einer Art literarischen Zeitreise auf die Spuren der drei Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz, Georg Büchner und Johann Wolfgang von Goethe. Sie rekonstruieren z.B. die tragische Freundschaft zwischen Lenz und Goethe - mit dem Ziel, die beiden wenigstens im nachhinein zu versöhnen. Oder sie wandeln an den Originalschauplätzen auf den Wegen, die Lenz seinerzeit begangen hat. Ihre Reiselektüre, die sie mitführen, besteht aus vielen literarischen Texten der damaligen Zeit. Im Mittelpunkt steht dabei Büchners unvollendete Novelle "Lenz". In Hugo Schultz` Romanessay wird erstmals versucht, das biografische Material zusammenzutragen, das Büchner wahrscheinlich dazu benutzt hätte, seine Novelle auszugestalten, wenn er nicht vorher gestorben wäre. Es wird auch herausgestellt, dass sich Büchner stark an Goethes "Werther" anlehnt, so dass man Lenz in vielerlei Hinsicht als einen neuen Werther ansehen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2001
Tja, da hat Tilman Spreckelsen einen traurigen und bei der Lektüre leider recht plausibel klingenden Verriss geschrieben. Er weist zunächst darauf hin, dass Schultz bereits einen Band über sein Lieblingsthema vorgelegt hat: "Goethes Mord", denn Schultz` These ist, dass Goethe seinen jungen Kumpan aus der Sturm-und-Drang-Zeit auf dem Gewissen hat. Auch der zweite Roman handelt von J.M.R. Lenz, und hier begeben sich nun nach Auskunft des Rezensenten drei Protagonisten ins Elsass, um Spuren von Georg Büchners "Lenz"-Novelle nachzuverfolgen. Dabei scheinen sie unablässig über Lenz und Goethe und Deutschland zu dozieren, so dass Spreckelsen am Ende vor diesem "Pädagogenton" kapituliert. Weder hat der Roman irgendeine glaubhafte Intrige, noch schildert er die Landschaft, in der er spielt, klagt er. Und die drei Protagonisten seien nichts weiter als Sprachrohre für Schultz` Thesen über Lenz.
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