Herausgegeben von Karl Riha und Hans Wald. Mit Texten von Ernst Jandl, Karl Valentin, Heinz Erhardt, Robert Gernhardt, Kurt Tucholsky und vielen anderen. Die Parodie ist unabhängiger von ihrer Vorlage, als man gemeinhin annimmt: Sie verweist zwar auf den parodierten Text zurück, ist aber doch auch als eigener Text lesbar, entwickelt ihre eigene Poetik, zeigt Mut zur Satire, zum Grotesken und Absurden, zum Sprachspiel. Diese Sammlung setzt bei "Volkslied" und "Volksmärchen" ein und reicht im übrigen vom Mittelalter über Klassik und Romantik, das 19. Jahrhundert und die Aufbrüche der Jahrhundertwende bis in die unmittelbare literarische Gegenwart.
Soll man Parodien lesen? Franz Schuh verweist da auf die "Notwendigkeit des Parodierens". So wie die Komödie eine Antwort auf die Vermessenheit der Tragödie sei, erklärt er, "möchte man manchem Gesang, der erfolgreich angestimmt wird, etwas entgegensetzen." Sehr richtig, nur: möchte man das auch lesen? Möchte man, möchte man unbedingt, wenn man erst die Auszüge mitgenommen hat, die Schuh uns liefert: Torberg, Robert Neumann und - natürlich - Gernhardts "Terzinen auf die Vergesslichkeit. Nach Kuno von Hofmannsthal" Das ist lustig, durchaus auch, wenn (so die Befürchtung des Rezensenten) der Leser mal das Original nicht parat hat. Brauchbar ist es aber auch: Parodie, so Schuh - das ist angewandte Literaturkritik. Und bitte, wo gäb's das sonst?
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